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BeitragVerfasst: So 23. Feb 2014, 21:02 
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marcoular

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marccoular ... und hoffentlich bald mehr



Nun das Thema ist an sich nicht neu oder gar unbekannt. Imer wieder faszinieren mich solche Nachaufnahmen. Hier ein Beispiel von mir aus dem letzten Jahr.

Bild

Sicher nicht perfekt...ich arbeite daran.

So wie geht man so ein Bild an.

Zunächst braucht man einen Ort, an dem es sehr dunkel ist. In der Stadt hat man keine Chance. Auch die Nähe von Autobahnen oder Flughäfen ist ungünstig. Meist muss man schon paar Kilometer aus der Stadt fahren, um passable Lichtverhältnisse zu haben.


Die einfache Methode.
Wichtigste Ausrüstung neben der Kamera:
-stabiles Stativ


Damit kann man die ersten Gehversuche machen. ISO rauf, 3200 etwa und ein weitwinkliges Objektiv. Mit 16mm kann man schon mal 30 Sekunden belichten, ohne das man deutliche Strichspuren bekommt. Je kürzer die Brennweite, desto länger kann man ohne Nachführung belichten

Vorteil: Einfach, keine besondere Zusatzausrüstung nötig
Nachteil: relativ kurze Belichtungszeiten, 30s, dadurch recht hohe ISO-Werte und damit deutliches Rauschen im Bild


Die fortgschrittene Methode, exklusiv für Pentax Kameras
Auch hier ist ein Stativ essenziell. Zusätzlich verwendet man das Pentax O-GPS1 Modul, welches mit allen aktuellen und einigen älteren Pentax DSLRs funktioniert.

Das Modul hat eine Astrotracer Funktion, die den Sensor der Kamera dreht und somit Strichspuren verhindert. Abhängig von der Brennweite und der Ausrichtung der Kamera gen Himmel, kann mal mehrere Minuten ohne Strichspuren belichten. Das Modul wird einfach auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt und im Menü wird eine Kalibrierung ausgewählt. Für Astroaufnahmen empfehle ich die präzise Kalibrierung.
Das System schlägt eine maximale Belichtungszeit vor, aber man kann natürlich eine eigene Zeit wählen.


Vorteil: einfach und dennoch relativ lange Zeiten für einen Mehraufwand von 200€ möglich
Nachteil: Zusatzkosten für GPS Modul, keine Belichtung über fünf Minuten möglich, Landschaft verwischt möglicherweise


Profi Methode
Mit der Verwendung einer automatischen Nachführung erzielt man die besten ergebnisse. Hier hat man ein sehr staibiles Stativ quasi schon mit im Lieferumfang.
Das ganze bedeutet aber einen ziemlichen Aufwand, denn eine solide Montierung mit Nachführung wiegt schon mal 15Kg. Das System muss, wenn man es neu aufbaut, exakt kalibriert und asugerichtet werden. Das dauert schon mal mehr als 30 min.
Hat man das hinter sich gebracht, wird die Kamera auf der Montierung befestig. B-Modus auswählen und ISO moderat halten. Und schon kann es losgehen. Mit der Belichtungszeit muss man ein wenig experimentieren.

Vorteil: Sehr lange Belichtungszeiten, daher auch moderate ISO
Nachteil: Schwer, aufwändig und recht teuer, Landschaft verwischt



Allgemeine Tipps
-Genügen Akkus mitnehmen

-Weitwinkel ist von Vorteil

-der Mond erhellt den Himmel für solche Aufnahmen zu sehr. Daher in mondlosen Nächten fotografieren, bzw. auf die Auf- und Untergangszeiten des Mondes achten. Infos dazu gibt es z.B. hier -->http://www.astronomie.de/der-himmel-aktuell/

-Nicht sofort nach Sonnenuntergang loslegen. Der Himmel ist erst etwa 90min später richtig dunkel.

-keine sehr hellen Taschenlampen verwenden. Das Auge braucht einige Minuten um sich an die Dunkelheit anzupassen. Ein Blick in eine helle Lichtquelle und es geht von vorne los.

-Warme Kleidung und Schuhe. Auch wenn der Winter dieses Jahr eher vom Frühling präsentiert wird, so kann es vor allem in höheren Lagen frostig sein. Und einige stunden im Freien rumstehen macht mit Sneakers keinen Spaß. Man kann auch warme Getränke mitnehmen.

-Windgeschützte Plätze sind besser geeignet. So verhindert man Vibrationen. Allerdings ist dann die Sicht evtl. eingeschränkt

Wenn mir noch etwas einfällt, schreibe ich das hier rein.

Und jetzt lasst die Spiele beginnen :clap:

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LG Markus

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Zuletzt geändert von marccoular am Mo 24. Feb 2014, 16:48, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So 23. Feb 2014, 22:57 
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sehr schön erklärt - das muss ich neben der normalen "Sternenkreis"-Aufnahmen auch mal endlich so ausprobieren!

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BeitragVerfasst: Mo 24. Feb 2014, 12:23 
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Marc,

ich habe gute Erfahrungen sowohl mit dem GPS-Modul von Pentax wie auch mit der eher leichten Montierung Astrotrac (http://www.astrotrac.com/) gemacht. Die kann auf ein normales Dreibein montiert werden, dazu braucht man dann noch einen 2- oder 3-Wege-Neiger, besser als ein KG zum ausrichten und noch einen Kugelkopf für die Kamera. Damit kann man schon recht gut und exakt nachführen und solche Bilder wie die nachfolgenden ohne zu großen Aufwand hinbekommen. Gewicht aller Komponenten im Rucksack etwa 4Kg plus Kamera und Objektiv. Ich nutze gerne 200/2.8 DA oder 300/2.8 A*.

Man macht dann bis zu 20 Aufnahmen und legt die mit Hilfe eines Freeware-Programms übereinander. Selbst bei sehr guten Himmeln lohnen sichBelichtungen über 5 Minuten am Stück nur recht selten, die Hintergrundhelligkeit zerstört dann das Ergebnis.

Andromeda mit 300/2.8 und crop
Bild
#1

Rosettennebel dito
Bild
#2

Zwei Sternhaufen im Sternbild Schütze mit 200/2.8 DA
Bild
#3

Lagunennebel und zwei Sternhaufen im Schützen dito
Bild
#4

Andromeda mit dem 200er
Bild
#5

Der Vorteil der Montierung ist eindeutig die Portabilität. Der Rosettennebel und das erste Andromeda-Bild wurden von einer mit dem Auto nicht zugänglichen Aussichtsplattform gemacht, alles in den Rucksack und auf geht's!

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"A pro is somebody who worries about clients, an amateur somebody who worries about lenses, and a beginner somebody who worries about cameras"


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BeitragVerfasst: Mo 24. Feb 2014, 12:32 
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Für Bilder mit Landschaft dabei sind diese Nachführungen aber nicht so gut geeignet. Da kann man aber mit dem WW und kürzeren Belichtungszeiten von etwa 30 Sekunden sehr viel erreichen.

Zum Vergleich das letzte mit dem GPS-Modul

Bild
Datum: 2010-03-02
Uhrzeit: 22:08:03
Blende: F/5
Belichtungsdauer: 30s
Brennweite: 12mm
KB-Format entsprechend: 18mm
ISO: 1000
Weissabgleich: Daylight
Blitz: Flash did not fire, compulsory flash mode
Kamera: Pentax Corporation, PENTAX K10D
#1

Bild
Datum: 2012-09-16
Uhrzeit: 21:26:07
Blende: F/4
Belichtungsdauer: 25s
Brennweite: 12mm
KB-Format entsprechend: 18mm
ISO: 1600
Weissabgleich: Auto
Blitz: Flash did not fire, compulsory flash mode
Kamera: Pentax, PENTAX K-5
#2

Bild
Datum: 2012-09-20
Uhrzeit: 22:03:11
Blende: F/5
Belichtungsdauer: 182.76s
Brennweite: 14mm
KB-Format entsprechend: 21mm
ISO: 1600
Weissabgleich: Auto
Blitz: Flash did not fire, compulsory flash mode
Kamera: Pentax, PENTAX K-5
#3

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BeitragVerfasst: Mo 24. Feb 2014, 13:24 
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Faszinierende Aufnahmen die du hier zeigst :2thumbs:
Die #2 mit Landschaft find ich super,die Berge sehen ja wie ein Gemälde aus :clap:

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Grüße von der Nordseeküste

Lutz

click the pic=big


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BeitragVerfasst: Mo 24. Feb 2014, 16:44 
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Also der Astrotrac sieht schon sehr interessant aus. Nur her mit den Ideen.

Ich denke wir sollten uns dennoch auf Landschaft mit sternenhimmel konzentrieren. Die DeepSky Objekte sind zwar beeindruckend, aber eigentlich nicht das Thema.

Was das Verwischen der Landschaft bei Nachführung betrifft, gibt es einen recht einfachen Trick. Neben der Aufnahme mit scharfe Sternen und verwischter Landschaft erstellt man zusätzlic ein Bild ohne Nachführung. Das ergibt ein Bild mit Sternspuren, aber mit scharfer Landschaft. Die zwei Bilder fügt man am PC zusammen, was sehr einfach geht, wenn beide Aufnahmen vom selben Standort aufgenommen wurden.

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LG Markus

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BeitragVerfasst: Do 27. Feb 2014, 22:56 
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Samstag ist Neumond.
Dann hoffe ich hier mal auf einen freien Himmel und werde mich an der einfachen Variante versuchen.
Angusesss zweites Bild ist großartig.

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BeitragVerfasst: Do 27. Feb 2014, 23:36 
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Beiträge: 1001
Der eingefügte Link für den aktuellen Sternenhimmel könnte noch verlinkt werden ;)
Wegen Nichtahnung hab ich mal geschaut, was es für Software gibt um sich am Himmel zurechtzufinden und das hier gerade gefunden.

In der Inuit-Einstellung heißt Sirius da auch einfach nur Flimmern. Gefällt mir.

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BeitragVerfasst: Do 27. Feb 2014, 23:40 
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Beiträge: 526
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Eine fototechnische Frage zum letzten Bild
Da der Sensor sich ja mitdreht , sollte man lieber keine Sachen die sich am Boden befinden aufnehmen , da diese Dinge wie Bäume, Berge , Gebäude usw. im Bild verwischen würden.
Oder habe ich jetzt einen Denkfehler?
Ich würde jetzt 2 Bilder machen . Eins mit Vordergrund , eins mit dem Himmel und diese dann zusammenfügen. Oder wäre diese Vorgehensweise verkehrt?

_________________
Eigentlich bin ich ja ein netter Kerl. Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen


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BeitragVerfasst: Do 27. Feb 2014, 23:59 
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Kein Denkfehler.
Würde ich auch so versuchen, hätte ich dieses Pentax O-GPS 1 Teil.
Ist zwar nicht sooo teuer aber dann verzögert sich die nächste Objektivanschaffung zu lange...
Obwohl ich glaube, das wenn mir die Bilder Spass machen so eine Anschaffung durchaus passieren kann.
Zitat:
Was das Verwischen der Landschaft bei Nachführung betrifft, gibt es einen recht einfachen Trick. Neben der Aufnahme mit scharfe Sternen und verwischter Landschaft erstellt man zusätzlic ein Bild ohne Nachführung. Das ergibt ein Bild mit Sternspuren, aber mit scharfer Landschaft. Die zwei Bilder fügt man am PC zusammen, was sehr einfach geht, wenn beide Aufnahmen vom selben Standort aufgenommen wurden.

Hier stand es doch... :klatsch: habs gelesen im Kopf gehabt und wieder vergessen, das es hier stand.

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Zuletzt geändert von Rica am Fr 28. Feb 2014, 11:45, insgesamt 1-mal geändert.

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