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BeitragVerfasst: So 15. Okt 2017, 22:14 
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Die Fabrik von Don Mario Novaro befindet sich in Cantera, einem Strand an der Südküste von La Gomera.
Sie widmet sich der Herstellung von gesalzenen und Konservenprodukten, seine wirklich exquisiten Produkte sind das Beste was in seiner Branche bekannt ist.
Die Thunfischkonserven welche dieses Verarbeitungshaus verlassen, haben in allen Märkten bereits eine hohe Prestigeposition und werden in hohen Maß nachgefragt.
All das entstand aus der langen Praxis von Herrn Novaro.
Ein ausländischer Gentleman, der den vollen Respekt und Ehrfurcht der Inselbewohner geniesst und sich endgültig auf dieser Sonneninsel niedergelassen hat.

Ein Auszug aus einer Kanarischen Zeitung aus dem Jahr 1927.

Tatsächlich war der gomerische Thunfisch ein sehr gefragtes Produkt, die Exporte gingen nach ganz Europa, besonders die Italiener hatten einen besonders hohe Nachfrage nach den Konserven.
Auch der "Caviar Gomerano", ein Kaviar der aus Makrelen gewonnen wurde und heute nur noch vereinzelt in kleinen Manufakturen hergestellt wird, war damals weltberühmt.

Diese Fabrik wurde 1860 von dem aus Genua stammenden Mario Novaro Parodi gegründet, der einzige Landzugang war und ist ein schmaler Weg aus Quise, ein sehr kleines Dorf im Süden der Insel.

Der industrielle Fischfang und die sofortige Verarbeitung auf hoher See zwang diesen Fabriken in den 70er Jahren zu schliessen. Es war zugleich das Ende einer Ära die ein Jahrhundert lang viele Gomeros in Lohn und Brot hielt.

Soweit zur Geschichte.

Als wir in dem "Dorf" Quise ankamen (tatsächlich sind es nicht mehr als 10 weit verstreute Häuser) ging gerade eine ältere Frau die Strasse entlang, als ich sie fragte ob wir richtig sind, bejahte sie die Frage und bemerkte, dass es aber immer noch ein langer Weg sei, der zudem nur zu Fuss gemacht werden kann. Das wussten wir aber bereits.
Sie fragte warum wir da hinwollen, als ich ihr sagte das ich die letzten Spuren einer einst blühenden Industrie von La Gomera fotografieren wollte, lachte sie laut.
"Jetzt hast Du sogar einen Zeitzeugen" sagte sie.
Das haute mich natürlich fast um, sie erzählte mir, dass sie und ihre 5 Brüder täglich den Weg runter zur Bucht gegangen sind um in der Konservenfabrik zu arbeiten, zu der Zeit waren 8h. Arbeitszeit wohl eher ein Traum, wenn man bedenkt das man über 2h. zu Fuss zu der Fabrik braucht und dabei 600 Meter Höhendifferenz zu überwinden hat, kann man erahnen wie hart und entbehrungsreich das Leben auf La Gomera war.
Meine Frage warum man eine Fabrik in einer gottverlassenen Bucht ohne jegliche Strassenanbindung baut konnte sie mir auch beantworten:
"Mein Junge.. weil es einfach zu der Zeit auf La Gomera einfach keine Strassen gab so wie Du sie kennst, wir haben alles zu Fuss erledigt. Die Haupttransportmittel für Waren war das Schiff".
Das lässt einen noch mehr nachdenken....

Der Weg ist mitllerweile ein ofizieller Wanderweg, ist aber trotzdem nicht ohne, erst recht auf dem Rückweg. :)
Die Gebaüde sind z.T. sehr einsturzgefährdet, sollte also jemand die Örtlichkeit besuchen wollen, niemals alleine gehen, es ist zudem ein Funkloch, Hilfe per Handy anzufordern ist also nicht möglich.
Ich glaub ich muss nicht erwähnen das man, besonders wenn man so bescheuert ist wie ich und meint kiloweise Fotogerätschaften mitschleppen zu müssen :mrgreen: , der Weg eine sportliche Herausforderung ist.

Ich wünsche euch viel Spass mit der Bilderflut! :)

 
 
 Der Weg dorthin ist an sich schon spektakulär:


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Endlich zeigt sich die verlassene Fabrik, aber der Weg wird jetzt steil und steinig...


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Die Fabrik selbst:


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"Gewohnt" wurde hier anscheinend auch schon....


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Ich gehe lieber weiter...


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#40
   
 
 


Geplant war eigentlich das wir unten am Steinstrand noch baden, aber der Wind hatte sich gedreht und schob nun die Wolken von unserer Seite aus in Richtung Berge, die Luftfeuchtigkeit stieg auf gefühlte 200% an, bei knapp 30° war rumstehen schon schweisstreibend.
Plötzlich kamen auch wie aus dem Nichts tausende von Fliegen, Brotzeitmachen war also auch gestrichen. :lol:
Ich hätte unten gerne direktes Sonnenlicht gehabt, aber leider zog sich fast der gesamte Himmel zu, Pech gehabt, aber wir kommen wieder.... :mrgreen:


Zuletzt geändert von Deepflights am Mo 16. Okt 2017, 02:40, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So 15. Okt 2017, 22:29 
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also der Weg hat sich gelohnt echt starke Serie danke fürs mitnehmen ich muß den Hut ziehen :hat: :2thumbs: :2thumbs:
LG Gerd


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BeitragVerfasst: So 15. Okt 2017, 22:37 
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Wunderbare Bilder. Danke fürs mitnehmen!

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Mgła


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BeitragVerfasst: Mo 16. Okt 2017, 07:04 
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Ich liebe LostPlaces und dies ein ein ganz Spezieller! Vielen Dank für die tollen Fotos!
Ganz stark. Je nachdem was man ausdrücken will, wäre vielleicht eine dunklere Belichtung und evtl. weniger Sättigung in meinen Augen denkbar.

Übrigens, die Links in Deiner Signatur gehen nicht mehr.

_________________


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BeitragVerfasst: Mo 16. Okt 2017, 07:14 
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Beeindruckend. Sowohl die Geschichte als auch die Bilder. Die Mühe hat sich wirklich gelohnt.

_________________
Gruß
Helmut

Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich selbst schadet, ohne anderen zu nützen
(Kurt Tucholsky)

Meine - Bilder


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BeitragVerfasst: Mo 16. Okt 2017, 09:13 
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Wohnort: St. Blasien
Deepflights hat geschrieben:
Der Weg dorthin ist an sich schon spektakulär:

Selbst das wäre eine Serie wert gewesen. Aber noch mit dem Rest. :2thumbs: Wahnsinn

_________________
LG
Diego

Wer als Anfänger die Gestaltungsregeln der Fotografie ignoriert, hat keinen Verstand. Wer sich aber fotolebenslang daran klammert, hat keine Phantasie.
– Detlev Motz –


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BeitragVerfasst: Mo 16. Okt 2017, 10:13 
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Beiträge: 9892
Wohnort: Em Ländle...
Ich schließe mich diego vollauf an.
Ganz stark, und ein Ort, an dem (vermutlich) nicht allzu viele Fotografen zu finden sind.

_________________
Viele Grüße

Jupp




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BeitragVerfasst: Mo 16. Okt 2017, 10:34 
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Registriert: Di 11. Feb 2014, 12:45
Beiträge: 1896
Wohnort: Oberkirch
viel Dank fürs zeigen! Echt interessant es in dieser Serie zu sehen und zu bestaunen. :bravo:

_________________
Grüße aus dem schönen Schwarzwald, Eric


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BeitragVerfasst: Mo 16. Okt 2017, 12:03 
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Registriert: Sa 13. Sep 2014, 12:05
Beiträge: 8860
jau,...absolut Super Serie Hans! :bravo: :bravo: :bravo:

...der Weg und die Fabrik sind echt der Mühen wert!

...die Fotos finde auch klasse gemacht!

...einfach ne gute Serie!!!,....danke fürs mitnehmen :cheers:

Bernd

_________________
Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.
(Marie von Ebner-Eschenbach)


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BeitragVerfasst: Mo 16. Okt 2017, 19:01 
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Beiträge: 3731
Asphaltmann hat geschrieben:
Ich schließe mich diego vollauf an.
Ganz stark, und ein Ort, an dem (vermutlich) nicht allzu viele Fotografen zu finden sind.


Dito!!!! :2thumbs:

Und die Geschichte dazu rundet es wirklich perfekt ab!!
Wär ich gern dabei gewesen, ausser beim Marsch in der Sonne! :mrgreen:

LG

Willi

_________________
____________________________________________________________
Machen ist wie wollen, nur krasser...
Ich poste nix in Lens-Clubs!


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