Registriert: Sa 17. Dez 2011, 14:57 Beiträge: 7995 Wohnort: bei Köln
Endlich habe ich auch den Weg hierher gefunden. War ich doch 1996 mal eine Woche in Warschau, erkenne ich auf deinen Bildern so gut wie nichts wieder. Das hat sich ja verändert... Du hast das moderne Warschau meisterhaft portraitiert und mir Lust auf einen 2ten Besuch gemacht.
... du kennst ja auch den Spruch > der frühe Vogel ....
mein Krakau hat geschrieben:
Die #9 gab's schon beim Museumsthread zu Warschau zu sehen, für die #12 und #13 hatte ich einen eigenen kleinen Thread. In Warschau bin ich ja immer wieder mal, deswegen bringe ich da manchmal frische Fotos von aktuellen Besuchen rein, manchmal gibt's was aus der Konserve.
... mich hat es nur gewundert dass ich hier noch nichts geschrieben hatte
Registriert: So 6. Mai 2018, 09:49 Beiträge: 4272 Wohnort: Krakau, Polen
Vor 10 Tagen war ich mal wieder beruflich in Warschau. Coronabedingt waren in den letzten Monaten einige Termine abgesagt oder verschoben worden und auch diesmal war es alles andere als leicht. Übernachtung war nicht drin, ich hätte aber eigentlich den ganzen Tag zu tun gehabt, so dass ich nur zwei Fotofenster geplant hatte: einerseits einen kurzen Puffer auf dem Weg zum Studio für Sprachaufnahmen und dann nahc Filmaufnahmen so gerade den gehetzten Sonnenuntergang. Die Rückfahrt hätte dann aber fast die ganze Nacht gedauert, in einem Bummelzug mit gefühlt 270 Halten. Es kam anders, die Videoaufnahmen mussten ausfallen. Und so hatte ich den ganzen Tag nach den Studioaufnahmen frei, habe mir aber eine frühere und schnellere Rückfahrt gegönnt.
Zuerst ein bisschen Geschichte in Form von Murals. Vor Kurzem war der Jahrestag des Ausbruchs des Aufstands im Warschauer Ghetto. Aus diesem Anlass wurde in diesem Jahr besonders an die weiblichen Aufständischen erinnert. Da es auf dem Weg zum Studio war, hatte ich hier sowieso den Zwischenstopp eingeplant.
Die gelben Narzissen sind Symbol des Aufstands und dienen der Erinnerung. Jedes Jahr steckt man sie sich als Mahnung und Erinnerung an die Kleidung, überall in Warschau, aber auch in anderen Städten werden sie verteilt.
Registriert: So 6. Mai 2018, 09:49 Beiträge: 4272 Wohnort: Krakau, Polen
Nach den Studioaufnahmen ging es dann zurück ins Zentrum, wo ich mich mal wieder an den Architekturgegensätzen probiert habe.
Im Mittelpunkt für den Anfang der Moniuszki Tower, der zu seiner Fertigstellung vor 8 Jahren als "hypermoderne Rakete inmitten von Trümmern" bezeichnet worden ist. Zwar sind inzwischen die umliegenden Gebäude weitestgehend restauriert, aber das gläserne Hochhaus fremdelt noch immer mit der Umgebung.
Den Innenhof der #50 hatte ich in diesem Thread schon mal in ähnlicher Form bei der #14, allerdings habe ich ihn jetzt besser hinbekommen. Inzwischen klappt das mit dem HDR einfach besser.
Registriert: Do 24. Apr 2014, 11:06 Beiträge: 8582 Wohnort: Berlin
Starke Bilder, starke Fortsetzung.
Alle Bilder finde ich sehr gut, insbesondere die Bilder mit dem Blick direkt in den Himmel ... und von diesen sind die Bilder von den Höfen noch einmal ganz besonders erwähnenswert. Auch die Bearbeitung aller Bilder finde ich ganz ausgezeichnet, große Klasse!
_________________ Mit einem freundlichen Gruß Clemens
Registriert: Sa 21. Apr 2012, 10:05 Beiträge: 10445
Alaric hat geschrieben:
Starke Bilder, starke Fortsetzung.
Alle Bilder finde ich sehr gut, insbesondere die Bilder mit dem Blick direkt in den Himmel ... und von diesen sind die Bilder von den Höfen noch einmal ganz besonders erwähnenswert. Auch die Bearbeitung aller Bilder finde ich ganz ausgezeichnet, große Klasse!
Anders als die beiden Innenhöfe zuvor wohnen hier sehr arme Menschen. Für mich sah es aufgrund von Aushängen an den Haustüren (zum Beispiel städtische Unterstützung in Form kostenloser Masken etwa) nach Sozialwohnungen aus. Ich will aber auch diese AllesanderealsHochglanzecken Warschaus zeigen.
Umso wichtiger ist meiner Meinung nach so was wie eine positive Identitätspolitik, hier in Form eines Murals der Altstadt mit dem Zitat der Hymne Warschaus, die ich darunter eingebettet habe.
Das Lied "Sen o Warszawie" (Traum von Warschau) vom größten Rockstar im Ostblock, Czesław Niemen. Ein paar übersetzte Zeilen:
Zitat:
Ich habe, wie du / Meine Stadt und darin / Meine schönste Welt / Meine schönsten Tage / Dort ließ ich bunte Träume / Irgendwann werde ich die Zeit anhalten / Und mit den Flügeln wie ein Vogel / Werde ich fliegen mit aller Kraft / Dorthin wo meine Träume sind / Und die bunten Warschauer Tage.
Hier eines der bekanntesten Murals der Stadt, mit einem Wortspiel: "kamienica" bedeutet Altbau, "co" bedeutet was. Übersetzt also: Was ist nur mit diesem schönen Altbau passiert? Darunter eine von vielen Stellen in Warschau, an denen "Tęsknię za Tobą, Żydzie" (Ich vermisse Dich, Jude) steht. Dies geht auf die auf ein oft kopiertes Streetartprojekt des Theaterschauspielers, Copywriters und Performance-Künstlers Rafał Betlejewski zurück.
Hier nun der Altbau einmal schräg um die Ecke. Inzwischen wohnt hier niemand mehr, aber ich kann mich noch erinnern, als das anders war, auch wenn das Haus kaum besser aussah als heute. Übrigens wohnen gar nicht so wenige Warschauer (und auch Krakauer) unter ähnlichen Bedingungen.
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