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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2019, 09:34 
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Damit diejenigen, die sich dauernd aufregen, wieso Ricoh (angeblich) nichts tut oder tat, hier einwenig über die Entwicklungsstufen des Solenoids bei Pentax:

1969 meldete Pentax .

1976 kam diese Schaltung zum ersten Mal in der Pentax ME zum Einsatz, das war noch ein sehr einfaches Solenoid.

1983 wurde diese Schaltung zur Steuerung der Blende mit A-Objektiven zum ersten Mal in der Pentax-Program-A und 1984 in der Program-A-Plus (Super Program in englisch-sprachigen Ländern) vorgestellt:
So sieht das Solenoid der Program-A aus:
Bild
Bild
Es wurde damals noch mit 3Volt angesteuert.

1997 wurde das Solenoid in fast der Bauform, wie wir es kennen, das erste Mal in der Pentax MZ50 eingesetzt aber noch mit einer3-6 Volt Ansteuerung. Es ist fast identisch zu den späteren Versionen in den DSLR Bodies, hat aber häufig eine andere Polung und eine etwas andere Haltekraft (den 6V der beiden CR2 Batterien geschuldet):

- Versorgungsspannung 3-6V DC
- Haltekraft: 2,2 N min
- Rückholkraft: 0,8 N

Auch der Korpus ist minimal dünner (erst 3,2mm, dann 3,4mm statt den 4,0mm der späteren DSLR-Version):
Bild
Manchmal hat dieses alte SLR-Solenoid auch eine umgekehrte Polung! Optisch ist es fast nicht von der späteren DSLR-Version zu unterscheiden.Verwendet man dieses Solenoid in einer Pentax DSLR, bekommt man (bei korrekter Polung) u.U. neue Schwierigkeiten:
1. Durch die geringere Haltekraft bleibt es manchmal offen, man bekommt völlig überbelichtete Aufnahmen
2. Die Justage vom sehr komplexen Gesamtmechanismus kann dejustiert werden. Sehr aufwendig, das wieder korrekt zu justieren. Das liegt daran, dass das Solenoid etwas tiefer liegt und wie beim gefeilten Anker "schlampiger" schaltet:
Bild
Das ist der leichten Schräglage des Ankers geschuldet.

Ein Solenoid von völlig anderer Bauform findet man in anderen MZ-und Z-Modellen:
Bild

Das uns bekannte Solenoid wurde von Shinmei Japan hergestellt, übrigens auch Zulieferer für ALPS und Matsushita.

Abgeändert auf nun [u]4mm Spulengrösse kam nun dieses Solenoid in den digitalen DSLRs zum Einsatz:[/u]:
Minimal dickerer Korpus gefertigt aus Teflon (PTFE), ein Material, das hervorragende Gleiteigenschaften hat, was sehr wichtig für das exakte blitzschnelle Herausschnellen des Ankers beim Schalten ist. Zudem unempfindlich gegenüber Wärme- oder gar Hitzeentwicklungen (Schmelzpunkt 327 °C!), relativ kratzfest, man muss schon mit scharfen Gegenständen darin hantieren, die meisten kennen das von Teflonpfannen:
Bild

In der Blendensteuerung kam es ab 2003 in folgenden DSLR Pentax Bodies zum Einsatz und wurde fortan mit exakt 7,13V/DC angesteuert (Spitze-Spitze am Digitaloszilloskop kann man 8.23Vpp messen):

Pentax *istD-Serie (alle wie auch Samsung GX1), K10D/20D (Samsung GX10/20), K100D, K110D, K200D, K-m, K-x, K-r (in letzterer manchmal schon das grüne!):
Bild
- Versorgungsspannung 3,6-7,2V DC
- Haltekraft: 2,5 N (also 0,3 N stärker, die exakt passen und exakt schalten!)
- Rückholkraft: 1,0 N (ist die zu niedrig, bleibt das Solenoid daueroffen: Überbelichtung!)

Doch dann verlagerte der Japanische Hersteller Shinmei die Produktion samt Maschinen nach China.
Dort wurde das Solenoid nun aus anderen Materialien hergestellt:
Der Korpus (nun grün) aus [b]PET[/b]: Billiger, hat etwas schlechtere Gleiteigenschaften und ist nicht mehr so langlebig. Deutlich weniger robust gegenüber Hitze (Schmelzpunkt 250 °C, was sich beim Löten negativ auswirken kann). Vorallem aber wurde ein kräftigerer Magnet eingesetzt, auch die Legierung des Ankers wie Hauptkörpers war nun aus anderem Material und nicht mehr so präzise gefertigt. Vorallem aber neigt diese Legierung zu stärkerer Magnetisierung. :Bild

Dieses grüne China-Solenoid wurde insbesondere in der EU einige Jahre erfolgreich im Blitzmechanismus ab der K100D getestet, bis hin zur K-r gab es keinerlei Ausfälle und so kam es ab der K-30 auch in die Blendensteuerung, da der Vorrat an weissen Solenoiden aus der Japanfertigung zur Neige ging:
Bild

- Versorgungsspannung 3,7-7,5V DC
- Haltekraft: 2,8 N min (manchmal bis 3,0: zunehmend durch die Magnetisierung des Korpus)
- Rückholkraft: 1,2 N

Nach ca. 1 Jahr kamen die ersten Ausfälle aber so richtig bemerkt in Deutschland erst später, da wir hier 2 Jahre Garantie/Gewährleistung haben.

Erst dachte man, es sei das komplette Blendensteuerungsmodul, das defekt sei, dieses auszutauschen war sehr aufwendig, die K-30 muss hierfür fast komplett zerlegt werden, einige Stunden Arbeitsaufwand!

So sieht das Modul aus:
Bild

Aber dank dem Einsatz vieler findiger Leute weltweit fand man heraus, dass es nur das Solenoid ist, dessen Anker durch mehrere Faktoren hängen bleibt:
a) Hauptsächlich durch eine etwas zu starke Haltekraft:
Das alte Japan-Solenoid benötigt bei 7,13V/DC ca. 2ms bis es auslöst, das China-Solenoid 10ms! Die benötigte Zugkraft für das China-Solenoid sind 1,5 N, für das Japan-Solenoid nur 1,2 N.
b)Durch eine stärke Magnetisierung des Ankers wie vom Hauptkorpus, da der Anker fast immer vom Permanentmagneten des Solenoids angezogen wird. Die Magnetisierung fällt zwar sehr schnell ab, wenn der Anker ausgebaut ist, man kann kaum eine Restmagnetisierung messen, aber diesen Zustand sieht der Anker nur diesen kurzen Moment, nämlich wenn ausgelöst wird (bei Liveview 2x)!
D.h. im Normalzustand ist er in ständigem Kontakt mit dem Magnetismus und klebt regelrecht fest. Das liegt auch an der Legierung selbst:
c) Die Legierungs des Ankers und seine Fertigungsgüte ist beim China-Solenoid schlechter, was sich vorallem bei der sog. Feilmethode nachteilig zeigt, da dieser nun auch noch korridieren bzw. regelrecht rosten kann)
d) das PET für den Korpus zerkratzt im Inneren, wenn man den Anker durch Serienfotos versucht zu lösen.
Es hat schlechtere Gleiteigenschaften als das Telfon des Japan-Solenoids.
d) Ungenauigkeit in der Parallelität der beiden Spulenkörper zueinander sowie mehr Lagerspiel: Diese beiden Spulen werden ja auf das PET gewickelt und dann auf dem Metallkorpus befestigt, die den Magneten halten. Wird dann die Spannung von DC 7,13V angelegt, induzieren beide Spulen einen Gegenmagnetismus, der die des Neodymmagneten aufhebt bzw. aufheben soll (und es nicht mehr kann, wenn der Anker festhängt).
Der Teflon- bzw. PET Korpus fungiert als ein Gleitlager für den Anker. Logischerweise wird eine Ungenauigkeit hier zu einer Störung dieser Lagereigenschaft führen. Mutmasslich deshalb auch das grössere Lagerspiel, denn das wirkt theoretisch einem Verklemmen entgegen, allerdings erlaubt es leichter unkontrollierte Bewegungen (die entsprechend das PET angreifen können) und im schlimmsten Falle durch Verkanten das Festklemmen des Ankers unterstützen.
e) Veränderung in der Oberfläche der Legierung innerhalb der beiden Feldspulen. Da der Anker beim zurückschnellen regelrecht auf diese Oberfläche knallt, konnte ich da häufig regelrechte kleine Furchen entdecken.
Wird der Anger gefeilt, werden diese Furchen noch offensichtlicher!

Nun kamen diverse Versuche, das Problem zu lösen:
1) ein Feilen des Magneten: Nach kurzer Zeit verliert dieser dadurch seinen Magnetismus, überhaupt keine gute Idee: Die nun ungeschützte Oberfläche oxidiert sehr schnell, der Magnet (Neodym!) löst sich selbst auf, zerkrümelt regelrecht... wer will Krümel in seiner Kamera?!
2. Durch ein Aufbringen von Lot auf den Anker wird versucht, den Abstand des Ankers zum Magneten zu vergrössern: Diese Lösung kam aus Russland, auch Lada-Methode genannt, nur, eine K30/50 etc. ist kein Lada, die nun dauernde Erhöhung der Spannung am Federmechanismus, der den Anker zurückschnellen lässt, führte zu häufigem Exodus.
3. Feilen an den Kanten des Ankers: Hat immer wieder mal auch ordentlich funktioniert, ist aber schwer zu dosieren. Feilt man minimal zuviel weg, geht die Haltekraft komplett flöten, man erreicht das Gegenteil, die Blende ist nun Daueroffen, dauernde Überbelichtung AHOY!
Zudem noch 2 weitere kritische Faktoren, die bei ausgebautem Blendensteuerungsmodul auch sehr klar erkennbar sind:
a) der Anker läuft nicht mehr exakt parallel sondern macht unkontrolliertere Bewegungen.
b) Die Oberflächenversiegelung ist nun anfällig für Korrosion, ich habe mehrere solcher gefeilter Anker erlebt, die eine feine Rostschicht aufweisen. Eine Versiegelung der gefeilten Ecken scheitert, da erstens dadurch die Kanten dicker werden, zuviel Reibung mit dem PET, zweitens aber z.B. Expoxy mit der Zeit zertrümmert würde und somit Dreck in der Kamera seinen Unfug ausrichten würde. Auch knallt der Anker durch die geringere Auflagefläche nun noch stärker auf das Gegenstück in den beiden Feldspulen und macht mit der Zeit regelrechte Eindrücke, sobald das geschieht, sitzt er wieder tiefer und die Magnetisierung nimmer wieder zu, er hängt wieder fest.
4. Das Einritzen von feinen Graten in die Oberfläche des Ankers:
Bild
Diese Modifikation des Ankers ist sicherlich die bisher intelligenteste, denn sie umgeht das Problem der unkontrollierten Bewegung beim Feilen der Kanten.
Aber leider gab es da auch Ausfälle, die Magnetisierung des Ankers bleibt nicht aus.
5. Meine eigenen Versuche mit Hilfe einer Präzisionsständerbohrmaschine:
In jeden Boden des Ankers habe ich präzise mittig jeweils ein 2mm Loch von ca. 5mm Tiefe eingebracht, das dann mit Epoxy versiegelt wurde. Damit gibt es kaum Gefahr, dass das Epoxy mit der Zeit zertrümmert wird, aber leider haben auch da zwei Solenoide nach ca. 1,5 Jahren versagt. Eine sehr präzise Ständerbohrmaschine ist dafür Pflicht.
6. Die Verwendung des D-BH109 AA-Adapters mit Eneloop NiMH-Akkus: Dies hilft zumindest eine Zeitlang, manchmal (bei regelmässiger Verwendung) sogar lange, denn die AA-Akkus liefern mehr Milli-Ampere, also Strom. Manchmal hat auch ein neuer (nur original!) Akku eine Zeitlang geholfen, aber beides ist eher ein Rausschieben des Problems denn eine Dauerlösung.
7. Die dümmste Lösung: Regelmässig Serienfotos um so das Solenoid zu lösen: Eine regelrechte Vorschlaghammermethode, die dazu führt, dass das Solenoid anschliessend endgültig festhängt oder der damit zusammenhängende komplexe Mechanismus kaputt geht oder sich verstellt.
8. Besser als 7. ist es, die "optische Vorschau" auf den RAW/fx Knopf zu legen, durch Betätigung der optischen Vorschau wird das Solenoid noch eine Zeitlang bewegt/befreit. Nur ist das auch keine permanente Lösung, irgendwann hängt das Solenoid endgültig fest und das wars dann auch mit der opt. Vorschau, sie funktioniert nicht mehr!

Bei den billigen Lösungen wie dem Feilen, Löten und Serienfotos habe ich schon mehrmals erlebt, dass anschliessend mehr kaputt ging, der Aufwand ist entsprechend grösser, da eine Justage des exakt aufeinander abgestimmten Mechanismus erfolgen muss, denn es gibt nun mehr Fehlbelichtungen bishin zum kompletten Festhängen von diesem Mechanismus oder gar einem .
Diese Justage findet man genau erklärt in z.B. dem Service Manual ab *ist D, K100D, K10D, K20D etc. Diese Manuals sind leicht zu finden, man sucht dann direkt im .pdf Dokument nach G100, das ist da die Bezeichung des Solenoids.

Hier die Anleitung zur Justage v. Blendensteuerungsmechanismus für die K-30:
Bild
Man möchte das besser tunlichst vermeiden!

Somit ist und bleibt der Austausch des China-Solenoids gegen das Japan-Solenoid aus einer DSLR ab der *ist-D bishin zur K-r die beste Lösung, dieses Solenoid wird länger halten als die anderen (sehr guten) Mechanismen einer K-30 oder deren Nachfolgern mit Solenoid im Einsatz: Bisher ist noch nie eines einer K10D, *ist-D Serie, K100D etc. ausgefallen, dito nicht in den frühen analogen SLR Pentaxen, wo die fast baugleiche 6V Version eingebaut wurde:
Bild
Bild

Trotzdem äusserst wichtig: Pentax/Ricoh hat nicht geschlafen!
Ab Dezember 2015 wurden Änderungen am Solenoid vorgenommen. Die Solenoide, die in den späten K50 und ab 12/17 auch in der K-S1 und K-S2 eingesetzt wurden, fallen viel seltener aus, dito natürlich die K-70. Die allerneuesten Solenoide in der K-70 weisen eine noch geringere (aber m.E. noch immer etwas zu starke!) Haltekraft auf, da wurde nochmal gut nachgebessert!
Die Zahlen bewegen sich nun völlig im Bereich normaler Ausfälle, die es übrigens auch bei Nikon gab, auch da kamen Solenoide zum Einsatz und fielen aus.
Fällt aber dochmal eines aus, weiss man, wie man sich hilft:

Tutorials für den Solenoid-Austausch hier:
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Vorsicht: Im Internet werden derzeit eine Hülle und Fülle von grünen Solenoiden aus China und Hongkong angeboten.
Wer genau hinsieht, wird feststellen, dass die Dinger nur 2 Pins nach vorne haben, die beiden Seitenpins fehlen!
Die Dinger sind noch schlechter und eine Einladung zur Verschandelung einer jeden Pentax. Sie waren für den simplen Einsatz von manchen Lenovo DVD-Brennern gedacht, die dort eingelötet auf einer Leitbahn problemlos ihren Dienst tun, da die Ansteuerung nicht Transistorgesteuert über Millisekunden funktioniert, sondern durch einen Druck auf die Entriegelungstaste! Sie fallen sehr schnell wieder aus!
Auch gibt es auf Ebay angebote von weissen Japansolenoiden, da sollte man genau nachfragen ob das 100%ig DSLR Solenoide sind. Nur die Japan-DSLR Version (BJ 2003 bis 2009) ist 100% sicher!

Auch gibt es immer wieder Hinweise, man könne Solenoide aus anderen DVD-Laufwerken oder einem Sonywalkman verwenden:
Die meist blauen aus den DVD-Laufwerken haben statt 30ohm nur 15ohm DC-Widerstand, die Wicklungen des Solenoide bekommen damit doppelten Strom, entsprechend ist natürlich ein Kurzschluss mit Folgen für die Ansteuerung vorprogrammiert. Im besten Fall geht nur die Schutzdiode mit kaputt, im schlimmsten Fall das Steuer-IC. Das riskiert man beim Sony Walkman Solenoid nicht, denn das hat 200ohm DC Widerstand, dafür löst es aber auch nicht aus. Ausserdem sind sie etwas anders aufgebaut:
Bild
Es fehlen auch hier die seitlichen Pins, wie auch hier beim Billig-Schrottheimer aus eBay und Aliexpress:
Bild
Für den Mülleimer geeignet, aber nur, wenn dieser dann verschlossen bleibt, denn mit diesem Billigstteil bleibt auch die Pentax weiterhin "verschlossen + verschlissen", wenn man solch ein Shit-happens-Produkt einbaut.
Das PET schmilzt sehr leicht, man hat dann in der Kamera einen herum baumelnden PIN:
Bild
Was das bedeutet muss ich sicher niemandem erklären?!

Die "der Blendensteuerungsfehler sei u.a. darauf zurückzuführen, dass häufig alte Objektive genutzt würden, deren Blendenhebel deutlich mehr Druck verlangen um die Blende zu schließen als bei neuen / modernen Optiken + Diese Belastung könne zum Ausfall einer Blendensteuerung beitragen / führen" ist natürlich völliger Quark, denn das Solenoid öffnet ja die Blende und schliesst sie nicht. Zudem: Beim Einsatz von manuellem Altglass ist das Solenoid überhaupt nicht gefordert, was jeder, der eine Pentax mit Solenoid offen hat, umgehend erkennen kann, da man da die Blendensteuerung mit allen Einstellungen genau beobachten kann.

Last and least: Manche verwechseln das Solenoid gerne mit einem Elektromagnet oder einer Zylinderspule. Selbst auf Wikipedia wird das Teil fälschlicherweise Zylinderspule genannt. Dem ist natürlich nicht so, das Solenoid ist natürlich auch keine Pentaxerfindung sondern wurde viel früher vom berühmten André-Marie Ampère im Jahre 1820 erfunden.
Damals in seiner simplen Form hätte man es vielleicht noch Zylinderspule nennen können, aber nur aus Unkenntnis oder sturer Missachtung, was es eigentlich wirklich ist.

Kurz nach der Namensgebung "Solenoide" durch Ampère hat es am 25.9.1820 Furore gemacht, nachdem
der Franzose Francois Arago eine Woche nach Amperes Entdeckung (und in Zusammenarbeit mit Oersted) das Prinzip der Akademie der Wissenschaften in Paris vorstellte. Eigentlich wichtige Fakten, die man heute kaum mehr in den Geschichtsbüchern (Wikipedia?) nachlesen kann. Furore deshalb, da daraus u.a. die gesamte Telegrafie entwickelt wurde!

Albert Kloss war einer der wenigen, der in Deutschland diesen Teil der Geschichte entsprechend in seinem hervorragenden Buch:
"Von der Eletricität zur Elektrizität", Ein Streifzug durch die Geschichte der Elektrotechnik, Elektroenergetik und Elektronik huldigte!


Zuletzt geändert von Solunax am Mo 18. Okt 2021, 08:39, insgesamt 19-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2019, 10:04 
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Vielen Dank für diese sehr aufschlussreichen Informationen. Ist immer noch ärgerlich wenn eine Kamera aus diesem Grund ausfällt, aber so kann man es besser einordnen.

Dennoch finde ich es jammerschade, dass man die Fertigung auf 'schlechtere Qualität' umgestellt hat. Teflon und eine bessere Legierung können dieses Kleinteil doch nicht so sehr verteuern ... na ja. Ist halt wie es ist und lässt sich ja auch im Bedarfsfalle nachhaltig beheben. Viele der Pentaxen (auch die K30) verdienen mbMn ein 'zweites Leben', denn abgesehen von dieser Achillesferse sind es ausdauernde 'Performer'.

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Stephan


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2019, 11:31 
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Wie so oft ein guter Beitrag von Dir. :thumbup:

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Ein super Report :dasisses: .
Das frühe Ableben hat eine K-30 wirklich nicht verdient. Eine meiner K-30 ist schon zwei mal durch starke Kondensierung von Feuchtigkeit im Inneren abgesoffen, konnte aber immer wieder überredet werden zu funktionieren - ohne Reparatur. Ich nutze seit 2012 immer Eneloops, shutter count 57.450. Und sie läuft noch, eine tolle Kamera.

_________________
Grüße @hoss


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2019, 12:44 
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Toller Beitrag, Danke! :2thumbs:


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2019, 13:36 
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Beiträge: 7219
Klasse Beitrag für den technisch Intressierten.

Warten wir einmal auf die Statistik bzgl. K-S2 und K-70.

Meine K-S2 ist auch schon ausgefallen/repariert.

_________________
Freundliche Grüsse aus der Schweiz


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2019, 14:26 
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ulrichschiegg hat geschrieben:
Klasse Beitrag für den technisch Interessierten.
Warten wir einmal auf die Statistik bzgl. K-S2 und K-70.
Meine K-S2 ist auch schon ausgefallen/repariert.

Wie ich schon schrieb, kamen die Änderungen erst ab Dez. 2015:
Die ersten K-S2 wurden aber schon Ende 2014 fertiggestellt:
Bild

Man lässt das auslesen und bekommt ein exaktes Datum, wann sie gebaut wurde. Ich würde mal stark vermuten, Deine noch vor 12/2015.

Bei der K-S1 noch früher: 8/2014.

Also sehr wichtig, das zu überprüfen.

Es gibt noch weitere Faktoren, die zeigen, um wievieles besser das weisse Solenoid ist: Betrachtet man die Fotos genau, sieht man auf dem ersten mit dem weissen Solenoid, wie gerade = parallel der Anker im Solenoid sitzt.
Das liegt an zwei Faktoren:
a) die Parallelität der beiden Spulenkörper
b) die Passgenauigkeit des Ankers in diesen
c) das ovale Loch des Ankers, das beim weissen Solenoid weniger Spiel zulässt.
Das etwas breitere Langloch des grünen Solenoids erlaubt dem Anker mehr unkontrollierte Bewegung.

Vergleicht man das mit dem grünen Solenoid, Beispielsweise auf dem Foto des neuen Blendensteuerungsmoduls, sieht man wie schräg dieser Anker sitzen kann.
Dass das natürlich die Gleit- bzw. Lagereigenschaften beeinträchtigt, ist logisch.

Verstärkt wird dies natürlich wenn man "rumfeilt".
Betrachtet man das Solenoid dann auf einem Blendensteuerungsmodul von der Seite, sieht man das auch horizontal, diese Schlenkerbewegungen sind zwar vertikal stärker (da der Kraftvektor = Zugkraft von unten + rechts kommt) aber auch horizontal wackelt es da mehr. Schon im Normalzustand, da das PET grosszügiger gefertigt wurde, denn so hat man weniger Reibung, da PET einen viel grösseren Reibungswiderstand hat als das weisse PTFE. Die viel geringere Reibung von PTFE erlaubt aber eine viel engere Toleranz sprich weniger Lagerspiel.
Wird nun gefeilt, ist das Lagerspiel auf einer Seite sogar geringer, die Verkantungsgefahr bei ausgefahrenem Anker aber höher. Je mehr das Ding schlenkert*, desto ungenauer die Führung.

*das ist wie nach dem Konsum und anschliessendem Dahingleiten eines PKWs nach :cheers:


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2019, 14:39 
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waldbaer59 hat geschrieben:
...Dennoch finde ich es jammerschade, dass man die Fertigung auf 'schlechtere Qualität' umgestellt hat. Teflon und eine bessere Legierung können dieses Kleinteil doch nicht so sehr verteuern ... na ja. ....

Ich glaube dass anfangs niemand bei Ricoh überhaupt bemerkt hat, was da genau passiert ist, es waren die vielen Tüftler weltweit, die den Fehler erstmal auf das Solenoid eingekreist haben.

Der ehemalige Hersteller des Solenoids, Shinmei Japan, verlagerte die Produktion ja von Japan nach China. Ich vermute eine Umstellung auf besseres Material würde schon verteuern, ist ja auch geschehen, die Legierung und Fertigungsgüte vom K-70 Solenoid sieht eindeutig besser aus!

Dieses verbesserte Solenoid wird seit Dezember 2015 in allen Pentaxen mit Solenoidansteuerung der Blende eingesetzt.


Zuletzt geändert von Solunax am Di 9. Jun 2020, 11:00, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2019, 16:40 
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Dann müssten die Ersatzteile ja auch neueren Datums sein und damit Ok - wenn ich mich nicht irre.

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Grüße @hoss


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2019, 16:57 
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Zu wünschen wäre das.

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