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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 14:30 
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In den USA gab es eine Klage von 3 Damen namens Janet Kyszenia (K-50), Victoria Sanders (K-70) und Elizabeth Galkowski (K-50), da deren Pentax DSLR allesamt wegen dem festhängenden Solenoid ausfielen.

Ich habe die Klage natürlich beobachtet, .

Ich mag den Ausgang der Klage nicht kommentieren sondern nur interessante Fakten:

"Specifically, the plaintiffs complain that the aperture functions properly when the camera is first purchased, but deteriorates after about a year, causing photographs to appear “completely dark” (id. ¶ 4), because a part within the aperture contains a smaller amount of copper than necessary for it to function without incident throughout the normal use-life of the camera and too much alloy.” (Id. ¶ 32.) the plaintiffs assert that the apertures of the Pentax cameras, in contrast to that of one of the defendant's competitors, contain too much alloy, and not enough copper, which is “less susceptible [than alloy] to normal deterioration.”

Kurz gefasst auf Pentax-Solenoid-Deutsch: (und auf keinen Fall direkt übersetzt denn das wäre haaresträubend):

"Die Legierung des Solenoids und des Ankers enthält zu wenig Kupferanteil und funktioniert deshalb nicht so wie sie es über eine angemessen Lebenszeit sollte"

Zuerst wollte ich darüber einfach nur lachen, doch lässt man mal die (ev. auch verständliche) Unkenntnis des Richters beiseite, muss man zu dem Schluss kommen, dass da irgend jemand daein Gutachten erstellen lies, dass das Solenoid genau untersucht wurde!

Nach dieser Aussage scheint es so zu sein, dass die Legierung des Chinasolenoids sich deshalb stärker magnetisiert, weil ein zu geringer Kupferanteil!

Fachleute werden damit sicherlich mehr anfangen können, ich bin kein Spezialist der Metallurgie.

Was ich aber seit Jahren mit chinesischem Kupfer erlebt habe, stimmt irgendwie damit überein:

Das erste Mal, als ich ein "made in China" Kabel in einer Leuchte demontierte, da es offensichtlich Probleme machte,
war es klar, dass da stark verunreinigtes Kupfer verwendet wurde, vermutlich eingeschmolzene Kabel.
Dasselbe habe ich mit Kupferlackdraht von Netztrafos erlebt. Und mehrmals wieder in den mitgelieferten Netzkabeln
von Leuchten. Gefährlich! Genauso kritisch die Kupferwicklungen von Lichtmaschinen und Anlassern!
Das Dumme, immer mehr Hersteller weichen auf Chinafertigung aus.
Ich habe kürzlich eine Lichtmaschine meines PKWs wechseln lassen. Als die neue ankam, ganz offensichtlich eine in China generalüberholte! Die Kupferwicklungen mit der typischen schwarzen Verfärbung im Kupfer (und nein, nicht im Lack!)

Ich habe ähnlichen Schrott in sogenannten "High-End Bauteilen" vorgefunden, beispielsweise Cinchsteckern, Cinchbuchsen, Lautsprecherklemmen etc. Aussen Hui, Innen Pfui. Aber dermassen Pfui, denn da wird regelrecht betrogen.
Kupfer ist neben Silber einer der besten Leiter, hochreines Kupfer (man spricht von 5N bzw 6N) insbesondere.
Ich erinnere mich noch sehr gut an einen herrlichen Vortrag von A.J. van den Hul, als dieser dieses Thema zum ersten Mal auf der High-End in Neu-Isenburg vorstellte (und seinen allerersten Grasshopper Tonabnehmer vorstellte, ich assistierte ihm damals dabei):

Im Publikum waren manche Lücken (leere Sitzplätze, kennen wir ja seit Covid zur genüge). Er bat diejenigen einer durchgehende besetzten Reihe (von hinten nach vorne), dem Vordermann die Hände auf die Schultern zu legen.
Dasselbe bei einer Reihe, wo es aber Lücken gab:
Die Lücken entsprechen den Verunreinigungen, da "stockt das Signal". Einfach und gut beleuchtend.

Besagte Chinabauteile sind z.B. aussen rhodiniert (kopiert von Cardas-Audio), jedoch keineswegs auf sauberem Kupfer wie das sein sollten. Nicht mal wie in den billigsten hiesigen Steckern und Buchsen aus Messing, sondern aus einer undefinierbaren Legierung, die sehr leicht bricht.

Das Rhodium ist ja lediglich Schutz vor Korrosion.

Somit sehe ich da mögliche Parallelen, für mich typisch für Chinaware!


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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 16:47 
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Beiträge: 8426
Da hat mit China bedingt zu tun. Material, welches eine bestimmte Funktion erfüllen muss kann man spezifizieren. Beim Einkauf bestellt man eine Materialprüfung dazu. Material dass die Spezifikation nicht erfüllt gibt man zurück.

Das hat also sehr viel mit dem Einkäufer zu tun, welcher günstig einkauft und keine Materialprüfung vornimmt.

Das ist mit Masken nicht anders als mit Kupferlegierungen.

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Freundliche Grüsse aus der Schweiz

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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 16:52 
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ulrichschiegg hat geschrieben:
Da hat mit China bedingt zu tun. Material, welches eine bestimmte Funktion erfüllen muss kann man spezifizieren. Beim Einkauf bestellt man eine Materialprüfung dazu. Material dass die Spezifikation nicht erfüllt gibt man zurück.

Das hat also sehr viel mit dem Einkäufer zu tun, welcher günstig einkauft und keine Materialprüfung vornimmt.

Das ist mit Masken nicht anders als mit Kupferlegierungen.



Sehr gut gesagt. Nicht China ist der Buhmann, sondern die Einkäufer (Firmen) die so einen Schrott kaufen.

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Alles Liebe aus Aachen

Walter

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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 17:31 
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Beiträge: 1152
Wie alles im Leben hat die Medaille zwei Seiten.

Zum einen die Zulieferer die ungenügende Materialien verbauen und auf der anderen Seite die Produzenten die das Abnehmen.

Ob die Produzenten wissentlich ungenügendes Material einkaufen oder von den Zulieferern übers Ohr gehauen werden läßt sich so am heimischen PC nicht verifizieren. Wahrscheinlich haben beide Parteien Anteil an der Misere.

Auf jeden Fall soll man bei in Asien gefertigten Nachbauten vorsichtig sein und sich nicht für ein paar gesparte Euros in Gefahr begeben. Denn in diesen Fällen gibt es keine Spezikationen großer Konzerne sondern der Nachbauer versucht durch Einsparungen aller Art ein günstiges vermeintlich gleichwertiges Produkt zu verkaufen.


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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 17:46 
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Auf alle Fälle ist der Kamerakäufer der gearschte.
Wusste gar nicht, dass die K70 auch betroffen ist. :kopfkratz:

Die K50/500 finde ich eigentlich gar nicht so schlecht, aber seit die Probleme bekannt sind :no:
meide ich die, wie der Teufel das Weihwasser. Sehr, sehr schade drumm.


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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 18:20 
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newny hat geschrieben:
Wie alles im Leben hat die Medaille zwei Seiten.

Zum einen die Zulieferer die ungenügende Materialien verbauen und auf der anderen Seite die Produzenten die das Abnehmen.

Ob die Produzenten wissentlich ungenügendes Material einkaufen oder von den Zulieferern übers Ohr gehauen werden läßt sich so am heimischen PC nicht verifizieren. Wahrscheinlich haben beide Parteien Anteil an der Misere.


Abgesehen von der genau dafür zuständigen Qualitätskontrolle kommt es auch auf den Zeitraum an, in dem das fehlerhafte Teil eingekauft und verbaut wird. Betrifft das ganze Solenoidproblem denn nur eine zeitlich eng begrenzte Serie? Falls ja, habe ich da immer etwas falsch verstanden. :kopfkratz:

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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 20:16 
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ulrichschiegg hat geschrieben:
Da hat mit China bedingt zu tun. Material, welches eine bestimmte Funktion erfüllen muss kann man spezifizieren. Beim Einkauf bestellt man eine Materialprüfung dazu. Material dass die Spezifikation nicht erfüllt gibt man zurück.

Das hat also sehr viel mit dem Einkäufer zu tun, welcher günstig einkauft und keine Materialprüfung vornimmt.

Das ist mit Masken nicht anders als mit Kupferlegierungen.

Wenn der Einkäufer in China sitzt hat das etwas mit China zu tun.
In China gelten völlig andere Regeln als wir uns nur im geringsten vorstellen können.

Man kann auch keine Chinesischen Hersteller einfach so vor den Kadi zerren, wenn etwas schief geht.
Wers probieren will: Good Luck!

Ein sehr gutes Beispiel war die Entwicklung von Photovoltaikanlagen in Deutschland.
Erst hat ein Merziger Lobbyist dafür gesorgt, dass viele deutsche Hersteller bankrott gingen, dann kam billige Chinaware auf den Markt.
Der Unterschied ist in etwa derselbe wie der Vergleich Honig aus Deutschland und
Bei Photovoltaikanlagen weiss ich das nicht nur aus erster- sondern aus "allererster Hand"!


Zuletzt geändert von Solunax am Fr 18. Feb 2022, 08:51, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 20:18 
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Registriert: So 25. Jan 2015, 13:25
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mein Krakau hat geschrieben:
....Betrifft das ganze Solenoidproblem denn nur eine zeitlich eng begrenzte Serie? Falls ja, habe ich da immer etwas falsch verstanden. :kopfkratz:

Ist hier erklärt:
40456504nx51499/technische-probleme-f76/solenoid-entwicklungsgeschichte-bei-pentax-t37830.html


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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 20:57 
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Solunax hat geschrieben:
mein Krakau hat geschrieben:
....Betrifft das ganze Solenoidproblem denn nur eine zeitlich eng begrenzte Serie? Falls ja, habe ich da immer etwas falsch verstanden. :kopfkratz:

Ist hier erklärt:
40456504nx51499/technische-probleme-f76/solenoid-entwicklungsgeschichte-bei-pentax-t37830.html


Da steht eine ganze Menge, zu den Modellen und zur Reparatur, aber ich habe nichts Genaues zum exakten Zeitraum gefunden, also zum Beispiel: Eingebaut wurde das mangelhafte Solenoid 5 Jahre lang.

In diesem Fall würde ich nämlich Martin doppelt zustimmen, dass es da vollkommen unerheblich ist, wie schlecht die Teile des Zulieferers sind. Die Schuld liegt dann eindeutig beim Abnehmer. Mal ganz abgesehen von Fragen wie Spezifikation oder Qualitätskontrolle dürfte es bei einem längeren Zeitraum ja schon genügend Beschwerden und Reklamationen der Kamerakäufer gegeben haben.

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BeitragVerfasst: Do 17. Feb 2022, 22:08 
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Registriert: So 25. Jan 2015, 13:25
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mein Krakau hat geschrieben:
Solunax hat geschrieben:
mein Krakau hat geschrieben:
....Betrifft das ganze Solenoidproblem denn nur eine zeitlich eng begrenzte Serie? Falls ja, habe ich da immer etwas falsch verstanden. :kopfkratz:

Ist hier erklärt:
40456504nx51499/technische-probleme-f76/solenoid-entwicklungsgeschichte-bei-pentax-t37830.html


Da steht eine ganze Menge, zu den Modellen und zur Reparatur, aber ich habe nichts Genaues zum exakten Zeitraum gefunden, also zum Beispiel: Eingebaut wurde das mangelhafte Solenoid 5 Jahre lang.

Da jeder mit etwas Bemühung herausfinden kann, wann welches Pentax Modell auf den Markt kam, ist das eine sehr einfach Recherche. U.a. lässt sich über Wikipedia jede Pentax DSLR aufrufen.

Wenn Dich das wirklich interessiert, wäre die Recherche eigentlich denkbar einfach gewesen, da jeder ganz leicht herausfinden kann, von wann bis wann z.B. die K-30 gebaut wurde, ob nun Wikipedia zu Rate gezogen wird oder

Aber ich habe soeben den "Geschichtsbeitrag" entsprechend mit noch genaueren Daten ergänzt.

mein Krakau hat geschrieben:
In diesem Fall würde ich nämlich Martin doppelt zustimmen, dass es da vollkommen unerheblich ist, wie schlecht die Teile des Zulieferers sind. Die Schuld liegt dann eindeutig beim Abnehmer. Mal ganz abgesehen von Fragen wie Spezifikation oder Qualitätskontrolle dürfte es bei einem längeren Zeitraum ja schon genügend Beschwerden und Reklamationen der Kamerakäufer gegeben haben.


Auch dafür findest Du die Antwort in diesem Thread!
Der Abnehmer ist nicht Ricoh sondern Shinmei.
Es gab (weltweit) nur diesen einen Hersteller dieses Solenoidtyps, dass Shinmei (im Sinne von angeblicher Weiterentwicklung) billigeres Material verwendet hat, war überhaupt nicht abzusehen.
Doch hat Ricoh (auch das ist in dem Geschichtsbeitrag genauestens erwähnt) sehr wohl eine praktische Materialprüfung unternommen: Hauptsächlich in Europa wurde das Chinasolenoid 6 Jahre lang erfolgreich im Blitzmechanismus ab der K100D bis zum Ende der Produktionszeit der K-r getestet! Es gab NULL Ausfälle.
Erst Mitte 2012 kam es in der K30 in die Blendensteuerung. Doch es hat bis 2015 gebraucht, bis man festgestellt hat, dass es nur das Solenoid selbst war, das dann ab Dez. 2015 auch verändert wurde und ab da kaum mehr Ausfälle hatte. Die geschahen zwar selten weiterhin, aber weit im normalen Bereich: Die K-70 hat z.B. eine Ausfallsrate von ca. 2%, davon werden sicherlich nicht alles "hängende Solenoide" sein!

Auch die Frage ab wann Beschwerden/Reklamationen auftauchten ist in diesem Thread geklärt!


Zuletzt geändert von Solunax am Fr 18. Feb 2022, 08:44, insgesamt 1-mal geändert.

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