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BeitragVerfasst: So 18. Aug 2019, 21:26 
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Liebes Forum,

nachdem mein Namibia-Reisebericht hier eine recht positive Resonanz hervorgerufen hat, möchte ich in diesem Thread die Erfahrungen unser im Juni stattgefundenen Costa Rica Reise schildern.
Zunächst sei dazu gesagt, dass wir 3 Reisen relativ ausführlich ausgearbeitet haben, die gleichberechtigt nebeneinander standen:

1) Namibia - Simbabwe - Botswana (Okavango Delta)
2) USA Nationalparks (Kalifornien, Nevada)
3) Costa Rica

Nr. 1 fiel leider aufgrund der Verfügbarkeit weg, da wir wieder sehr kurzfristig dran waren und die Kapazitäten im Okavanga Delta nicht mit meiner Urlaubszeit kompatibel waren.
USA war und ist nach wie vor sehr interessant, jedoch dachten wir, dass dies ein Ziel ist, welches wir auch relativ leicht in Zukunft (und ggfs. mit Nachwuchs) jederzeit durchführen können.
Blieb Costa Rica...Warum? Wir dachten dabei hauptsächlich an Dschungel, Wildnis und Fauna, wie es sie auf unserer Erde nur noch selten gibt. Also genau das, was wir gut finden :princess: .
Aber: Juni + Costa Rica = Regenzeit. Wollen wir das? Keine Ahnung, jedenfalls waren wir angefixt, haben günstige Direktflüge gefunden, Regencapes gekauft und uns dann kurzerhand für eine selbstorganisierte Mietwagenreise entschieden.

Eckdaten + praktische Überlegungen:

- Reisezeit: Knapp 3 Wochen

-Reisezeitraum: Im Juni in der Regenzeit. Dies hat uns bei der Reiseplanung zunächst etwas verunsichert. Allerdings sprachen die meisten Reiseführer meist von Trockenheit am Vormittag und starkem Regen im späten Nachmittag. Somit dachten wir, dass wir unsere Aktivitäten um den Regen herum planen können. Dies hat sich letztlich aber als totaler Trugschluss herausgestellt und die Infos der Reiseführer waren ziemlicher Käse. Tatsächlich ist der Regen total unvorhersehbar. Es kann zu jeder Zeit regnen und wenn man die Einheimischen fragt, können sie auch nicht deuten was in der nächsten halben Stunde so passiert.

- Flüge: Direktflüge mit Lufthansa, Frankfurt - San Jose

- Kosten: Costa Rica ist ein wahnsinnig teures Land. Wir haben uns ein Budget von ca. 2500€ pP inkl. allem gesetzt und dieses ungefähr erreicht. Dies ging aber nur, da die Flüge "nur" 750€ gekostet und der Mietwagen (natürlich 4x4) nur 350€ für 3 Wochen gekostet hat.
Vergleichbare Reisen mit Reiseanbietern rangieren von 3500€ - 5000€ p.P. exkl. Flüge.
Bei den Unterkünften hatten wir alles von basic (ca. 70€ pro Nacht) bis ultra luxuriös (200€ pro Nacht im Baumhaus mitten im Dschungel). Essenspreise lagen bei ca. 10€ - 25€ p.P. Der Eintritt in die Nationalparks und einzelne "Attraktionen" (Wasserfälle etc.) schlug mit ca. 20€ p.P. zu Buche und geführte Touren, Nachwanderungen etc. lagen bei 25€ (1,5 Stunden Nachtwanderung) - 70€ (Ganztagestour).

- Route: Wir wollten es ein wenig wild, aber nicht zu wild, und dabei möglichst viele "Hotspots" sehen.
Ganz oben auf der Liste stand der sehr abgeschottete Corcovado Nationalpark im Süden Costa Ricas. Laut National Geographic einer der besten Nationalparks der Welt mit einer der höchsten Bio-Diversitäten (ich glaube ca. 2,7% aller auf der Welt lebenden Spezies gibt es hier). Nicht allzu weit von Corcovado entfernt liegt Drake Bay, eine Bucht, in der Sir Francis Drake auf seiner Weltumseglung angelegt hat und von wo aus man Whale Watching machen kann. Nach unserer tollen Tour in Namibia war dies eins meiner MUST Haves...Zusätzlich mussten wir Tortuguero (sehr abgeschottet, sehr weit im Norden und an der Karibik-Küste) und Monteverde (ein Nebelwald im Landesinneren) sehen. Ergänzt wurden die Ziele durch Boca Tapada, eine Region ganz im Norden an der Grenze zu NIcaragua (tiefer Dschungel), den Arenal Vulkan und die Gegend um La Fortuna sowie den Manuel Antonio Nationalpark (der beliebteste NP des Landes).

Letztlich sah die Route folgendermaßen so aus:
San Jose - Tortuguero (2 Nächte) - Boca Tapada (3 Nächte) - La Fortuna/Arenal (2 Nächte) - Rio Celeste (1 Nacht) - Monteverde (2 Nächte) - Manuel Antonio (2 Nächte) - Corcovado (3 Nächte) - Drake Bay (1 Nacht) - San Gerardo de Dota (1 Nacht) - San Jose

Insgesamt ca. 1600 km inkl. einiger Fluss-Durchquerungen :hurra:

-Fotokrams:
2 Bodies mussten mit und während der Reise sind beide mit Ihren Linsen relativ festgewachsen.
1x K3 mit DA*300
1x K3 II mit DFA100 Makro, bei Nacht mit dem kleinen wasserfesten Pentax Blitz (iwas mit 201 glaube ich).
Mit diesen Kombos sind 90% der Fotos entstanden.

Zusätzlich kamen mit:
DA 18-135
Sigma 70-300 (Backup für DA*300)
Sigma 18-35 ART (für Nachtaufnahmen)
DA15 ltd
1,4x HD REAR Konverter (wurde aufgrund der ultra schwierigen Lichtbedingungen im Regenwald nicht benutzt - ich habe jede Blende gebraucht)

Stativ: Ich habe mir vor dem Urlaub ein Schnäppchen Gitzo Traveller gekauft, was ich eigentlich nicht brauche, was ich aber ultra toll finde und wahnsinnig gerne benutze. Kugelkopf der E-20 von Sirui.

Rucksack: F-Stop Lotus. Wahnsinnig tolles Teil, welches die knapp 10kg Ausrüstung inkl. Regencape, Ersatzklamotten, Flipflops, Essen, Handtuch, Wasserflaschen etc. auf allen Tagesausflügen sicher verstaut hat und zudem als Handgepäck ins Flugzeug passt. Sehr universeller, ultra robuster und sehr gut aussehender Rucksack, der für mich derzeit alternativlos ist.

Viel Spaß in den nächsten Tagen/Wochen bei dieser Reise durch ein faszinierendes Land, vielleicht kann ja ein wenig Interesse bei dem ein oder anderen geweckt werden.
Ich freue mich jederzeit über Feedback, Fragen und auch konstruktive Kritik :)

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BeitragVerfasst: So 18. Aug 2019, 21:46 
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TAG 1 - Ankunft in San Jose

Nach 11 Stunden Flug landeten wir sehr entspannt abends in San Jose (die Uhr wurde 8 Stunden zurückgedreht, darum haben wir darauf verzichtet, im Flugzeug zu schlafen), holten den Mietwagen ab und fuhren in ein Hotel in der Stadt. Diese ist sehr hässlich, sodass sie uns nur als ÜN Stop diente. Geld abheben, im Supermarkt Bananen und Wasser kaufen und ab ins Bett.

TAG 2 - Von San Jose nach Tortuguero

Aufgrund der Zeitverschiebung wachten wir bereits gegen 5 Uhr auf, machten uns fertig und freuten uns auf das erste typische südamerikanische Frühstück: Rührei mit Reis und Bohnen + wunderbares Obst, dazu fantastischer Costa-ricanischer Kaffee.
Dann ging es relativ schnell mit dem Mietwagen aus der Stadt, nach Osten Richtung Guapiles und von dort weiter 1,5 Stunden nach La Pavona, wo laut Reiseführern die Boote nach Tortuguero ablegen.

Dort angekommen erwartete uns eigentlich nix, lediglich ein Parkplatz mitten im Nirgendwo, hier ein Auszug aus Google Maps:
Bild

Laut Reiseführer soll man darauf achten, keine Privatangebote anzunehmen sondern lediglich mit dem öffentlichen Boot nach Tortuguero fahren. Bis dahin hatten wir jedoch noch über eine Stunde Zeit.
Nach unserer Ankunft kam jedoch direkt ein Parkplatz-Wächter, der uns sagte, dass wir das nächste Boot in 5 min nehmen können. Somit schlugen wir alle "Warnungen" aus, packten genügend Kleidung in den Rucksack und ließen unsere Koffer im Auto.

*1 Bootsanleger "La Pavona" (Iphone)
[img]gelöscht,%20da%20nicht%20erlaubt![/img]

Anschließend hatten wir die beeindruckendste Bootsfahrt unseres Lebens auf einem schmalen südamerikanischen Fluss durch die ursprünglichsten Regenwälder, die wir je gesehen haben, auf einem kleinen Boot zusammen mit 5 Einheimischen :)

*2 Fahrt nach Tortuguero (Iphone)
[img]gelöscht,%20da%20nicht%20erlaubt![/img]


Auf der Google Karte oben kann man die Fahrt ganz gut nachvollziehen. Man startet auf dem sehr kleinen Fluss mitten im Urwald nach Osten, wo sich der Fluss immer weiter öffnet und in der Lagune endet. In der Siedlung von Tortuguero endet die Bootsfahrt am Pier (ca. 1 Stunde), von wo aus wir dann direkt von dem Besitzer unserer Lodge abgeholt wurden (natürlich mit dem Boot, Autos gibts dort nicht), der wohl von einem der Parkplatzwächter oder wie auch immer von unserer Ankunft informiert wurde.

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Zuletzt geändert von DaMa am Mo 19. Aug 2019, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So 18. Aug 2019, 22:13 
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Schon deine Reiseeinleitung liest sich sehr spannend! :2thumbs:

Die ersten Bilder sind auch gut, wobei mir von den Farben her das letzte Bild am Besten gefällt.
Ich bin gespannt wie es weiter geht... :ja:

Btw: Denke bitte daran die Bilder zu nummerieren, sonst ist es schwer einen direkten Bezug auf deine Bilder zu nehmen.

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Mit einem freundlichen Gruß
Clemens


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BeitragVerfasst: Mo 19. Aug 2019, 05:40 
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Fängt schon mal gut an. Bin gespannt auf mehr...

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Gruß
Helmut

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BeitragVerfasst: Mo 19. Aug 2019, 08:39 
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Bin mit Interesse dabei und freue mich auf weitere Berichte und Bilder. :ja:

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LG
Hannes

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BeitragVerfasst: Mo 19. Aug 2019, 08:52 
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ja da habe ich auch großes Interesse und werde weiter rein schauen der Bericht ist schon mal sehr gut
LG Gerd


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BeitragVerfasst: Mo 19. Aug 2019, 11:14 
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TAG 2 - Tortuguero.

Wie gesagt, eine Lagune mitten in der Wildness im Norden Costa Ricas an der Karibikküste. Namensgebend ist die Siedlung mit wenigen hundert Einwohnern, die so genannt wurde, weil in Tortuguero jedes Jahr auf einem kleinen Strandstreifen tausende Meeresschildkröten anlanden, um dort Ihre Eier abzulegen. Nach wie vor für mich eins der größten Mysterien der Evolution, wie die Schildkröten, nachdem Sie fast die Welt umrundet haben, wieder zu Ihrem Heimatstrand zurückfinden. Die Eiablage-Saison startet Anfang Juli und findet über einen Zeitraum von nur knapp einem Monat statt.
Trotzdem versuchten wir Mitte/Ende Juni jeden Abend unser Glück, sind aber leider nicht auf Schildkröten gestoßen.

Wir entschieden uns für einen Ausflug mit dem Paddelboot in der Lagune.

Zunächst einige Iphone Bilder:

Typische Lodge am Wasser
[img]gelöscht,%20da%20nicht%20erlaubt![/img]
#3

Eine einheimische Hütte mit dem vergeblichen Versuch, in der Regenzeit irgendetwas zu trocknen :)
[img]gelöscht,%20da%20nicht%20erlaubt![/img]
#4

Mit dem Paddelboot in den Dschungel
[img]gelöscht,%20da%20nicht%20erlaubt![/img]
#5


...und dann wurden relativ schnell die Kameras scharf geschaltet...

Kaiman. Wenn man die EXIF Daten anschaut, kann man sich schon eine der größten Herausforderungen in CR vorstellen.
Aufgrund der Lichtsituation im Dschungel muss man sich oft mit ISO 3200 und sehr langen Verschlusszeiten herumschlagen.
Wie hier beim DA*300 1/160s.
Bild
#6

Fischreiher beim Entspannen und Trocknen.
Bild
#7

Und ein überaus beeindruckender Leguan mit sicher 2,50m Körperlänge.
Bild
#8

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Zuletzt geändert von DaMa am Mo 19. Aug 2019, 20:04, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mo 19. Aug 2019, 12:44 
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Wohnort: Wächtersbach
Die letzten drei Bilder sind krass. Besonders gut gefällt mir der Kaiman. Das Bild ist wirklich herausragend.

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Gruß
Helmut

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BeitragVerfasst: Mo 19. Aug 2019, 15:53 
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Helmut hat geschrieben:
Die letzten drei Bilder sind krass. Besonders gut gefällt mir der Kaiman. Das Bild ist wirklich herausragend.

Genauso!
Die letzten drei Bilder sind dir hervorragend gelungen!

Sorry, habe ich etwas von iPhone Photos gelesen??? Bitte hier nur Pentax Bilder einstellen - die sind von der Güte her sowieso besser ...

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Mit einem freundlichen Gruß
Clemens


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BeitragVerfasst: Di 20. Aug 2019, 07:52 
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Beiträge: 216
Wohnort: Coesfeld
#6 ist der Hammer, da kommt Neid auf.

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das Foto entsteht nicht in der Kamera sondern zwischen den Ohren


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