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BeitragVerfasst: Di 16. Jul 2019, 17:07 
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Registriert: So 21. Aug 2016, 17:43
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Wohnort: Weil
nacht_falke hat geschrieben:
Fiodin hat geschrieben:
nacht_falke hat geschrieben:
Stormchaser hat geschrieben:
und nun .. John Deere ...


leider braucht der Wald oft Jahrzehnte bis er sich von so einem Monster erholt hat. Speziell das Gewicht dieser teile sorgt für eine starke Bodenverdichtung ... und das tut dem Wald meist nicht gut.


Deswegen arbeiten die Dinger sich in den Wald hinein und die abgeschnittenen Äste vom Stamm fallen vor dem Fahrzeug auf dem Boden. Damit bereitet sich das Fahrzeug seinen Weg und es wird der Waldboden geschont. Über die breiten und vielen Reifen verteilt sich das Gewicht nochmals auf einer größeren Fläche. Diese modernen Dinger kommen zwar nicht an Pferde zum Rücken ran, sind aber direkt dahinter. Und dabei kann man sich auch fragen, ob die Furchen der Stämme von den Rückpferden schlimmer sind, als der Ästeweg vom Rückfahrzeug.... :rolleye:

jaja
und die Mondlandschaften und zerfurchten Wege - Oft Spuren die 30cm und tiefer sich in die Waldwege einschneiden ... Beim wandern im Wald häufig genug solche Waldwege begangen ...



Wo Licht ist, ist auch Schatten.
Seit vermehrt die bodenschonenden Großgeräte zum Einsatz kommen und nicht mehr der gewöhnliche Acker- bzw. Forstschlepper entstehen kaum noch tiefe Bodenfurchen in denen sich das Regenwasser sammelt, die für die seltene Gelbbauchunke bisher wichtige Sekundärlebensräume waren. Die ursprünglichen Lebensräume dieser Art sind wegen fehlender Dynamik unserer Gewässer sowieso schon fast vollständig verschwunden.

Grüße
Gerhard


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BeitragVerfasst: Di 16. Jul 2019, 18:12 
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Mir gefallen Gegenlichtaufnahmen mit "Lichtstreifen" immer sehr gut, wie hier z. B. in der #22, #23 oder #66 :thumbup:

_________________
LG
Hannes

(Mein Fotostream bei )


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BeitragVerfasst: Di 16. Jul 2019, 22:26 
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Dankeschön Euch Allen :cheers:

zur Frage ob gut oder nicht gut, meine Gedanken dazu. Die mittellschweren Rückezüge, die in diesem Fall 13 Tonnen Ladung haben können , verdichten natürlich den Boden. Als Hilfsmittel können Bogiebänder und Softbänder das sicherlich minimieren (hat der John Deere auf dem Bild aber nicht). Räder sind einfach ungünstig. Erntemaschinen auf Raupen sind da einfach besser (plus deren geringeres Gewicht). Als mittelschwerer Rückezug ist er für Hochwald, also Nadelmonokulturen im "erntefähigen" Alter im Mittelgebirge von 80 bis 120 Jahre (Umtriebszeit) geeignet. Nur in diesen Monokulturen lebt keine Gelbbauchunke. Dann schon eher die entwurzelten Fichten des Mischwaldes liegen lassen. im Wurzelkrater wäre für sie (und andere Amphibien) der Lebensraum deutlich idealer. Zur Frage ob von Rückepferden gerückte Baumstämme den Boden schädigen, nun ja, am besten in Natura anschauen. Man benötigt jedenfalls keine Rückestrassen von > 1m und der Schaden ist wirklich nicht groß...letztendlich leben die Waldbauern von ihrem Wald und aufgrund der geringen Holzpreise muss bei den Großen industriell geerntet werden... wird sich eh bald hier erledigt haben. Die Fichte stirbt bei uns. Noch ein solch trockener Sommer... :yessad: Tja und die Kleineren, die Ökoholz erwirtschaften, bekommen etwas bessere Preise und leisten sich dadurch dann Rückepferde, etc pp...

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Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Wir fällen sie und verwandeln sie in Papier, um unsere Leere darauf auszudrücken.
Khalil Gibran, Sand and Foam, 1926

Gruß aus dem Sauerland
Stefan


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BeitragVerfasst: Mi 17. Jul 2019, 11:48 
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Registriert: So 21. Aug 2016, 17:43
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Ein Fichtenacker ist kein idealer Lebensraum, auch nicht für die Gelbbauchunke. Das stimmt schon.
Es ist aber eine Tatsache, dass die für die Gelbauchunke so wichtigen, wassergefüllten Fahrspuren in den letzten Jahren vielerorts verschwunden sind oder zumindest deutlich weniger geworden sind. Das ist zumindest in Bayern so und liegt natürlich an den Harvestern. Ich kenne etliche Wälder - die meisten davon stark fichtenbetont mit ein paar Buchen - in denen ich die Gelbbauchunke vor 10-20 Jahren noch häufig gesehen habe und wo jetzt keine oder fast keine mehr ist. Das mag nicht nur an den fehlenden Fahrspuren liegen, die Fachleute bei uns sind sich aber einig, dass der Rückgang der wassergefüllten Fahrspuren eine zusätzliche Gefährdung der ohnehin schon stark gefährdeten Gelbbauchunke ist.
Zudem gibt es auch die Diskussion ob es wirklich besser ist den Boden großflächig (große Räder) nur leicht bis mäßig zu verdichten oder kleinflächig (schmalere Schlepperräder) stärker zu verdichten und dafür mehr Fläche gar nicht zu verdichten. Die Verdichtung ist zwar auch eine ökologisches Problem (Nachhaltikeit der Bodennutzung), in erster Linie aber ein wirtschaftliches. Im Sinne der Biodiversität spielt die Bodenverdichtung keine Rolle, auch das Absterben der Fichten ist im Sinne des Erhalts der Biodiversität eher positiv zu werten. Dabei kommt es natürlich auf die Folgenutzung nach der Fichte an. Eukalyptus-Reinkulturen sind vermutlich auch nicht besser, Eichenmischwälder aber schon.

Besten Gruß
Gerhard

PS: Das sind schon ein paar richtig gut gelungene Fotos dabei!


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BeitragVerfasst: Sa 17. Aug 2019, 23:50 
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Registriert: Mo 31. Okt 2016, 13:05
Beiträge: 5171
@Gerhard: schau mal auf #109.. selbst der Laub/ Mischwald fängt an zu darben. Übrigens eine Ecke, in der es bisher reichlich Amphibien (u.a. Feuersalamander) gab und die ebenfalls am Schwinden sind (wegen Trockenheit). Und Dankeschön für Deine anregenden Sichtweisen und Rückmeldungen :hat:



Dominium terrae (lat. für „Herrschaft über die Erde“)



Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, was auf Erden kriecht!







Borkenkäfer




#103




#104



Sturmschaden




#105



Borkenkäfer




#106




#107



Sturmschaden, bzw kraftlose, schwache Bäume nach Sturmböe




#108



Laubbaum der aufgrund Wassermangel einen starken Ast abgeworfen hat, ein verzweifelter Versuch zu überleben




#109



Rückezugspur, nachdem der Besitzer einen von Borkenkäfer befallenen Wald gefällt hat




#110



das gefällte Waldareal, ein Areal, in dem ich voriges Jahr noch wunderschöne Sonnenstrahlenfotos machen durfte




#111




#112



Toter Wald im Harz




#113




#114



Der Wald ist am Menschen erkrankt, bzw dessen Werk und Herrschaft

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Stefan


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BeitragVerfasst: So 18. Aug 2019, 20:12 
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Registriert: Sa 13. Jun 2015, 20:57
Beiträge: 6883
Wohnort: Oschatz/Sachsen
Es ist erschreckend :yessad:
Aber dein letztes Bild macht Hoffnung.
Vielleicht wächst bei uns Menschen endlich mal die Einsicht heran, das es so nicht weiter geht.

_________________
Liebe Grüße aus Sachsen

Steffen :wink:

Meine Ausrüstung: K-3, FA 35/F2.0 AL, HD-DA 70/2.4 Limited, DA* 50-135/F2.8, DA 18-135/1:3,5-5,6 und dieses Forum :thumbup:


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BeitragVerfasst: Mi 21. Aug 2019, 18:06 
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Registriert: Mo 31. Okt 2016, 13:05
Beiträge: 5171
Danke Steffen fürs Ansehen und Kommentieren :hat:

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Stefan


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BeitragVerfasst: Mi 21. Aug 2019, 18:40 
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Registriert: Sa 17. Dez 2011, 15:57
Beiträge: 4887
Wohnort: bei Köln
Du hast uns mit tollen Bildern den Wald und das "Wald sein" naeher gebracht, Stefan.
Danke dafuer. :anbet: :2thumbs:

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Grueße
Heribert

http://www.pentaxphotogallery.com/artists/heribertstahl


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BeitragVerfasst: Do 22. Aug 2019, 14:19 
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Registriert: Sa 21. Apr 2018, 10:55
Beiträge: 5
Hallo Stefan,
Die Bilder finde ich durch die Bank sehr gut. Ich bin tatsächlich auch ein bisschen erstaunt, welch gute Bilder man im Wald machen kann. Ich selbst wohne auch in einem stark bewaldetem Gebiet, Fichten-Industriewald und ich tue mich schwer gute Motive zu finden. Das hier inspiriert sehr!
So wie ich dieses Projekt aber verstehe, möchtest Du eigentlich die negativen Seiten vom menschlichen Eingriff in die Natur zeigen und dass da auch viel Zerstörung und nur augenscheinlich Nachhaltigkeit dabei ist?
Bei mir ist der Wald leider auch dicht, geht man auf einen Brerg (Hügel) merkt und sieht man vor lauter Bäumen nicht, dass man oben ist. Das finde ich schade.
In Österreich z. B. werden die Almen durch beweiden frei gehalten und so andere Pflanzen dort gehalten. Nebeneffekt ist der freie Blick in die Weite.

Gruß
Dominik


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BeitragVerfasst: Do 22. Aug 2019, 17:33 
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Registriert: Mo 25. Feb 2019, 18:00
Beiträge: 149
Hallo, Stefan,
immer wieder gehe ich in deine Serie und bin fasziniert, welch vielseitige Motive du im Wald findest. Dazu halte ich deinen Ansatz, die verhängnisvollen Einflüsse der Menschen zu betonen, für sehr interessant und bedenkenswert. Du hast eine gute Mischung gefunden zwischen Bildern, die die Schönheit des Waldes zeigen (die Strahlebilder machen mich zum Strahlemann), und solchen über die Beschädigung/Zerstörung des Waldes. Ich denke, eine Belastung sind schon die der Ökonomie geschuldeten Monokulturen (Fichten), die der Natur widersprechen und nun so besonders anfällig gegenüber den Klimaveränderungen sind. Eine Folge ist das Paradiesangebot für Borkenkäfer. Ich war vor vielen Jahren mal im Bayrischen Wald, wo man ihn gewähren ließ und wo er großflächig den Fichtenbestand zerstört, damit aber einer neuen und "gesunden" Mischvegetation den Weg bereitet hat. Dasselbe droht nun wohl dem Harz und erst die nächsten Generationen werden wiedereinen grünen Harz sehen können. So gesehen und als Nichtwaldbesitzer - die müssen das anders betrachten - ist der Borkenkäfer, der Schaden also, auch eine Chance, Fehler nicht zu wiederholen. Schön aber ist ein toter Wald nicht; man kann ihn schon auch als Symbol dafür sehen, wie wir mit den natürlichen Ressourcen (Wald, Boden, Nutztiere, Wasser...) umgehen.
***
Danke für das Thema und die eindrucksvollen Bilder.

_________________
Gruß
Jürgen


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