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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 15:09 
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Registriert: Do 30. Jun 2016, 08:38
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Trotz der Tatsache, dass Digitalfotografie heute mehr als ausgereift ist und zumindest in technischer Sicht die Analogfotografie in Kleinbild (35mm) und Mittelformat bei weitem überlegen ist, sind die 35mm-Analogkameras in Speizalgeschäften und in der Buch nach wie vor mehr oder weniger sehr gefragt. Auch bei Flickr und Instagram (e.g. Hashtag #filmisnotdead) ist zu sehen, dass relativ viele Menschen nach wie vor auf Film schwören.

Ich fotografie selbst gerne analog, aber möchte den Pentaxians, die auch gerne mit Film unterwegs sind dennoch fragen: Warum? Warum tut ihr euch das an? Ihr könnt 36 Bilder schießen (oder gar weniger) statt nahezu eine unbegrenzte Menge, habt im Zweifel den falschen Film dabei (S/W statt Farbe, 100 ISO statt 800), müsst eure Filme mühselig in die Kamera einfummeln und nach dem Fotografieren in den Entwicklungstank hineinfummeln, harrt Stundenlang in der Dunkelkammer aus für nur 1 oder gar kein perfektes Bild...

Welche Gründe gibt es für euch, freiwillig diese Tortur der Bequemlichkeit einer SD-Speicherkarte und digitaler Bildbearbeitung vorzuziehen?


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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 15:16 
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Genau deswegen! :clap:


...warum fahren Leute Harley, wenn doch Mofas schon besser konstruiert sind?

... warum klettern Leute auf Berge, wenns ne Seilbahn gibt?

... warum segeln Leute, wenns Motorboote gibt? :headbang:


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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 15:50 
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Registriert: So 21. Apr 2013, 22:19
Beiträge: 422
Ich bin jetzt 62 und habe mehr als 30Jahre analog fotografiert..
Habe Schränke voll mit Dias, die ich demnächst anfange zu digitalisiern.
Verglichen mit einer K3 II die ich derzeit habe, ist die Qualität dieser Dias unterirdisch.

Ehrlich gefragt, wer tut sich heute das noch an---und warum--

Ist ja auch egal, ist meine persönliche Meinung, von mir aus kann man den analogen Krempel auf den Müll werfen...


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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 16:28 
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Registriert: Fr 23. Dez 2011, 11:13
Beiträge: 9487
Gerhard, bin ein Jahr älter als Du und kann das nur unterschreiben. Wem es ums Bild geht - Digital! Wem es um den Prozess oder die Technik geht - vielleicht analog, aber warum soll man sich das alles antun, wenn man es lange selbst erlebt hat. Die einen aus Nostalgie - ist wie gegen den Klimawandel ankämpfen aber Oldtimer fahren und mit dem Flieger/Kreuzfahrtschiff in Urlaub gehen... Wir sind schon merkwürdig..

_________________
"A pro is somebody who worries about clients, an amateur somebody who worries about lenses, and a beginner somebody who worries about cameras"


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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 16:42 
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Registriert: Do 30. Jun 2016, 08:38
Beiträge: 27
An alle, die ausschließlich digital fotografieren: Obwohl eure Beiträge interessant sind, sind diejenige gefragt, die noch analog fotografieren. Danke.


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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 17:22 
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Registriert: Sa 13. Sep 2014, 11:05
Beiträge: 8402
Hi,...
...ich mach die analoge fotografiererei immer wieder gerne so zwischendurch,...zur Entspannung sozusagen,
...und um diesen alten "Fotografiegroove" wieder zu spühren.
Unterwegs bin ich dann eigendlich immer mit meiner Mamiya 333C und der Pentax MX,....gern auch mit manuellen modernen Zeiss Linsen :lol:
Ich fotografiere nur in SW und entwickle selber.Das gehört für mich dann zum Prozess des analogen fotografierens mit dazu. :mrgreen:
Ein gutes Bild,was nach diesem Prozess entstanden ist,....zählt dreifach!!! :mrgreen: ,...die Zigarette danach sozusagen ;)
Der absolute Spaß für mich ist aber das eigendliche Fotografieren, speziell mit der Mamiya und dem 6x6 Lichtschachtsucher. :ja:
Alleine der Bildlook auf der Mattscheibe ist für mich schwerst Suchtgefährdend,...wenn man dann so sein Bild komponiert.
Ist ein bischen so wie seinen wohlbehüteten Oldtimer,bei passendem Wetter und Lust auf Fahren in seiner ursprünglichsten Form,aus der Garage zu holen.
...deswegen betreibe ich je nach Lust und Laune diesen (wunderbaren) Wahnsinn. :mrgreen:

Im "normalen"Fotografenleben benutze ich selbstverständlich digitales Equipment,....was sonst!

beste Grüße

Bernd

_________________
Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.
(Marie von Ebner-Eschenbach)


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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 18:46 
Für mich war es anhand der niedrigen Preise selbstverständlich, zu meinen DSLR auch (mindestens) 1 analoges Modell hinzuzukaufen.
Bis auf die K1000 kosteten die schon mal fast nichts, Canon, Nikon oder Pentax.
Sie waren/sind für meine Bedürfnisse so hochstehend wie ihr digitales Gegenstück.
Nagut, für die K1000 gilt beides nur subjektiv (subjektiv ist nicht gedankenschwurbelnd, sondern heisst "auf die Anforderungen des Anwenders bezogen". Aber ich habe eine wie fabrikneu noch für weit unter 100 Euro ergattert, weiß die Belichtung mit einem Blick zum Himmel auswendig und staune immer noch, wenn eine vollmechanische Kamera mit offener Blende fokussiert werden kann und trotzdem mit der vorgewählten Blende auslöst. Vielleicht bin ich der letzte Mohikaner, der mit einer Kamera ohne Batterie locker umgeht.

Und warum lege ich heutzutage schon mal einen Film in eine Kleinbild-SLR ein (die letzten Analogbilder waren vom 10. September, die MZ5n liegt schon länger ungenutzt in der Schublade)?
- Sie hat Vollformat, und ich habe für sie ungefähr ein Fünfzigstel des Preises einer K1, gerade nachgesehen beim Buchhändler, bezahlt. Kosten für Objektive kommen nicht hinzu, ich habe genügend ältere für meine DSLR, die das Format abdecken.
Dazu kommt die Filmentwicklung für 2,75 Euro im nächsten Drogeriemarkt incl. zwangsweise 36 Belegbilder 9x13 und ein ähnlich niedriger Preis für eine Kleinbildpatrone, sei es aus demselben Drogeriemarkt (leider kennt Vuescan den aber nicht, was zu ewiger Fummelei mit der Farb-Abstimmung führt, also lieber zu Fotoimpex oder einem der anderen Verdächtigen). Um die Kostendifferenz zu Vollformat digital aufzuholen, müsste ich mehr Fotos verknipsen, als ich in den letzten 50 Jahren gemacht habe.
- Ich will gar nicht "unbegrenzt viele" Fotos machen. In der Tat nehme ich für wenige oder ein einziges Foto(s) eine Digitalkamera. Die arbeitet nun wirklich billiger und macht bessere Bilder als weiland eine SX-70 oder Polaroid Image. Ich will gute Fotos machen oder wertvolle für die Erinnerung. Das geht auch mit 36er Filmen.
- Der Body wiegt nur ca. halb so viel wie die digitale Entsprechung. Moment mal ... Küchenwaage her (digital...) ... die K20D (zwar als APS-C noch nicht ganz vergleichbar, aber sie ist doch ein Klopper, der nur ein paar Gramm weniger wiegt als meine Canon 5D) 828 Gramm, MZ5n 418 Gramm.
- Vom Body her ist der finanzielle Verlust, wenn sie geklaut wird, nur ungefähr ein Fünfzigstel des Preises einer K1. (Ich weiß, jeder liebt Paris. Da, wo ich gelernt habe, daß junge sportliche Kerle mit Turnschuhen an den Füßen schon mal in der Metro-Station mit der Handtasche deiner Liebsten abhauen, alle Papiere und Geldmittel drin. Zu der Zeit gab's derlei Action in Köln noch nicht). In Paris habe ich meine Hasselblad im Hotelsafe gelassen und beim nächstenmal statt der Canon 5D eine gebrauchte Bridge für 40 Euro mitgenommen.
- Farbnegativfilme haben irgendwie einen Schmelz, der den digitalen Sensoren abgeht. Das ist wie ein gelungene Schnappschuss eines lieben Gesichtes vs. des detailreichen Röntgenbildes vom Zahnarzt.
- Als ich meine Pentax DSLR bzw. SLR kaufte, schaffte die *ist-DL sechs Megapixel. Mein Nikon Scanner bringt ungefähr neun, und das ist noch ein uralter SCSI-Scanner.
- Bei größeren Projekten egalisiert sich der Vorteil der DSLR, dass sie Einzelbilder liefern kann. Als ich als Baustellenkaufmann in Afrika gearbeitet habe, habe ich die Filme im Paket nach Hause geschickt. In viel späteren Zeiten wäre es auf Großflugtagen wie der ILA egal gewesen, ob ich den x-ten Film dann nicht ganz voll gekriegt hätte.
- Bilder von Analogfilmen sind glaubhafter als digital aufgenommene. Klar kann ich Aufnahmen retuschieren und dann auf Analogfilm reproduzieren, aber das müsste, wenn sie angezweifelt werden, dann schon glaubhaft gemacht werden und das dürfte bei zeitnaher Vorlage ausgeschlossen sein.
Man stelle sich vor, zehntausend Irre hätten nach dem Kennedy-Mord irgend welche Digitaldateien eingereicht.

Und ja, zugegeben, seit ungefähr der Olympus C-5050Z oder Canon G5, verglichen mit den gehobenen Voigtländer Kleinbildkameras mit Skopar oder etwa der Revue 400SE (ungefähr identisch mit einer Konica Auto S3), hat die Digitaltechnik schärfemäßig die besten analogen Kameras eingeholt, weil die Negativfilme, und gerade die mit drei Schichten, die Auflösung eh wieder vermasselt haben.
Mit Ausnahme einer kleinen unbekannten ;) Fähigkeit, nämlich dem Tonumfang. Um digital das abbilden zu können, was ein Analogfilm, insbesondere ein Dreischichtenfilm, schon immer konnte, hat man noch lange mit Pol- und Verlauffiltern sowie dem Trick mit dem überlagerten Graukeil in Gimp rumgefummelt, muss es teils heute immer noch. Etwas zynisch gesagt, die teure Digitaltechnik hat erst der HDR-Idee zum Leben verholfen.

Schwarzweißfilm habe ich lebenslang selber entwickelt. Es ist ja so einfach. Eigentlich war die Absicht (plus ein neu gekaufter Entwicklungstank, plus diverse Fläschchen und Klemmen, usw. usf.) auch noch vor ein paar Jahren da, und ich hätte damit auch fast den gleichen "Sofort" Effekt gehabt wie mit meinen Digitalkameras, aber den konkreten Schritt, jetzt für diesen Film hier alles aufzusetzen und die Zeit anzuwenden, habe ich dann nie getan - Drogeriemarkt war nahe.

Es gibt auch einen psychischen Effekt. Das Thema ist sehr weit greifend. Warum ist heute der Materialismus so verbreitet, dass kleine, eingepackte, mit Schleifchen umgebene Dinge als Liebesbeweis gelten? Weil sich derlei in der Kindheit fest als Geliebtwerden verankert hat. Früher hat man im Namen seiner Liebsten einen Drachen getötet und ließ sich, um sich die Achtung seiner Umgebung zu erwerben, monate- oder jahrelang auf einer Säule in der Wüste ausdörren. Und was waren bei den Älteren unter uns die kostbarsten, mit dem meisten Brimborium (weil mindestens einen Wochenlohn vom Onkel gekostet habend), geliebtesten, zur Konfirmation geschenkten oder vom Kommunionsgeld gekauften materiellen Dinge? Ich wette, bei manchen Teilnehmern dieses Forums eine Kamera. Ist hier ein Kenner unter uns, der trotzdem irgend wann mal seine Schublade ausräumt und die diversen, wenn auch verharzten oder verpilzten, Rollei, Voigtländer, Exakta und so weiter zum Sperrmüll stellt? Oder geht manchem von uns das Herz auf, wenn wir eine solche in die Hand nehmen? :) .

Eitelkeit kommt auch noch dazu. Ich habe vor -zig Jahren meine Lehrer geärgert, indem ich meine Klassenarbeiten in Kurrentschrift (später von einem Herrn Sütterlin verschlimmbessert) geschrieben habe, die die jüngeren unter ihnen nicht lesen konnten? Gibt der eine oder andere zu, daß er innerlich ein bisschen grinst, wenn er eine manuelle analoge Kamera in die Hand nimmt, von der die Generation, die nicht die geringste Ahnung hat, wie sie mit Hilfe eines Wählscheibentelefons kommunizieren könnten, verlernt hat, wozu die vielen schicken Rädchen dran gebraucht werden?
Ach ja, der aktuelle Kleinbildfilm ist in der Beltica mit Jena Tessar eingelegt :) .


Zuletzt geändert von User_10170 am Fr 18. Okt 2019, 19:16, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 19:07 
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Beiträge: 354
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sehr schön geschrieben, gefällt mir gut!

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Wer mit Joey Kelly trainiert freut sich auf's Sterben! (Rainer Calmund)
Tri harder!


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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 19:27 
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Registriert: Di 21. Aug 2012, 06:29
Beiträge: 1501
Wohnort: Karben
Warum Analogfotografie? Es macht mir einfach mehr Spass, mehr Spannung, größere Herausforderung. Weniger Bildbearbeitung. Reale Negative oder Positive. Ein Dia real betrachten zu können, hat schon was. Sofern die Dias nicht verbrennen, wird man die wahrscheinlich auch in mehr als 50 Jahren noch sehen können. Meine Digitalen Bilder, kann man nur sehen, sofern sie dann noch da sind, bzw. lesbar oder auf Papier etc. Aber der Look ist auch anders, jeder Film hat seinen eigenen Charakter, das kann man versuchen in LR nachzuahmen, wird aber nicht richtig gelingen. Meine aktuelle Lieblinskamera ist eine PentaxSuper A.
Ich entwickle nicht selber, sondern überlasse das guten Profies, keine Drogerie. Hier unten mal 3 Bilder mit unterschiedlichen Filmen. Auf Instagram findet Ihr mehr Beispiele von mir.

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_________________
LG
Medve



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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 19:58 
Medve hat geschrieben:
Ich entwickle nicht selber, sondern überlasse das guten Profies, keine Drogerie.

... wie man am ersten Bild sieht. Qualität.
Das zweite Bild könnte mir je nach evtl. Bearbeitung ein Beweis für meine These sein, daß Analogfotografie im Tonwertumfang halt doch überlegen ist. Hab' meine K20D noch nicht wirklich ausgiebig ausprobiert, aber alle früheren Digitalkameras hätten out-of-camera den Himmel weiß oder zu hell gebracht, wenn man nicht in der Nachbearbeitung alle Register zieht, von RAW-Entwicklung bis zum Tonwertkurve hinziehen, bis es ungefähr passt (und dann muss es in der Bilddatei trotzdem schon drinstecken).
Nennt es Grüngelbstich, in Bild 3 sehe ich den von mir erwähnten "Schmelz".


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